California Drivers Licence Part 6, 7 und 8

29Juni2016

Nachdem Mats nun bereits seit einem halben Jahr mit seiner Permit und einem von uns an seiner Seite Auto fahren darf, sollte nun, kurz vor unserer Abreise, auch noch sein Wunsch in Erfüllung gehen - das Bestehen der praktischen Fahrprüfung und der Erhalt eines gültigen Führerscheins.

Nachdem ich mich ausgesprochen rechtzeitig um den Termin gekümmert hatte (60 Tage vor Ablauf der 6-monatigen Frist, mit der Permit zu fahren) und dabei schon mal gelernt hatte, dass 6 Monate in den USA nicht (!) bedeutet, dass man am 7.6. die Prüfung machen kann, wenn man seit dem 7.12. die Permit hat, sondern erst am 10.6., weil dann erst 183 Tage (nämlich auf den Tag genau ein halbes Jahr) vergangen sind.

Mats' Tag der Prüfung fiel also genau auf den ersten Ferientag. Da Mats sich daher bereits im Ferienmodus befand, bestand seine Kleidung aus Muskelshirt und Sportshorts. Seine Stimmung war ausgesprochen gelassen - was sollte ihm schon passieren, so gut wie er fahren konnte. Nicht gerechnet hat er mit dem indischen Fahrprüfer, der a) in schwer verständlichem Akzent sprach, was sofort zu Missverständnissen führte (anstatt auf die Bremse zu treten, machte Mats den Warnblinker an), und b) in seinem hellblauen Oberhemd wohl nicht so angetan war von Aussehen und Auftreten unseres Sprösslings. Nach nur 5 Minuten war die Fahrt bereits zuende, weil Mats beim Rechtsabbiegen nicht über seine Schulter geguckt hatte - bei diesem Prüfer Grund genug für einen sog. automatic fail.

Nun darf man die Fahrprüfung bereits nach zwei Wochen wiederholen, also machten wir einen Termin für den 24.6., dieses Mal bei dem DMV in San Marcos, weil da die Termine nicht so ausgebucht waren (und damit Mats dem indischen Prüfer nicht noch einmal über den Weg lief). Gekleidet in Jeans und T-Shirt, aber immer noch sehr entspannt, machten wir uns um 7:45 Uhr morgens auf den Weg. Und hier erlebten wir eine echte Überraschung: in San Marcos ist das DMV-Office nicht nur viel schöner, die Mitarbeiter sind auch deutlich freundlicher als in Poway. Das änderte nur leider nichts an der Tatsache, dass Mats auch heute seinen Führerschein nicht bekam. Wir mussten nämlich lernen, dass in den USA nicht nur 6 Monate in Wirklichkeit 183 Tage sind, 2 Wochen sind auch nicht 14 sondern 15 Tage. Oder anders gesagt: Wenn man durch die Fahrprüfung durchgefallen ist, muss man 2 Wochen warten, die zwei Wochen fangen aber erst am Tag nach der Prüfung an!!

Zum Glück konnte uns die nette DMV-Mitarbeiterin einen Termin für den 29.6. anbieten. Also machten wir uns heute erneut auf den Weg nach San Marcos. Wieder waren die Mitarbeiter nett und zu Scherzen aufgelegt. Mats war direkt der erste Prüfling nach der Mittagspause. Ich musste natürlich abseits warten, konnte aber zumindest noch sehen, dass er dieses Mal alle Funktionen des Wagens richtig koodiniert bekam. Nach 15 Minuten kam er mit hochgestrecktem Daumen um die Ecke - bestanden! Finally!

Heute nachmittag ist er dann natürlich direkt alleine losgefahren und möchte mir jetzt auch gerne jeden Weg abnehmen (Lilli abholen, einkaufen ....). Nur auf seinen offiziellen Führerschein muss er noch etwas warten. Der wird erst in 2 - 3 Wochen zugeschickt - und dann sind wir leider schon wieder in Deutschland und er muss weitere 11 Monate warten, bis er wieder Auto fahren darf.

San Diego Rock 'n' Roll Marathon (zum Zweiten)

06Juni2016

Die Ereignisse der letzen Wochen haben uns so beschäftigt , dass wir keinen Blogeintrag vorgenommen haben. Das lag eigentlich nicht an der fehlenden Zeit, sondern vielmehr an der fehlenden Muße. 

Nach dem nun abgelaufenen Wochenende können wir aber mit stolz berichten, dass Lilli ihren Halbmarathon geschafft hat. Wenn man bedenkt, dass sie noch vor 8 Wochen im Krankenhaus lag, ist das eine kaum vorstellbare Leistung von ihr. Aber ihre Willenskraft und die unglaublich ute Regeneration haben das möglich gemacht. Inke hatte dementsprechend früh ihre Halbmarathon Ziele denen von Lilli untergordnet und beide haben gemeinsam auf den gestrigen Sonntag hingearbeitet.

Ziel war es, die 13.1 Meilen in einem Mix aus Laufen und Gehen zu bewältigen. Das hat auch funktioniert und die Laufeinheiten waren sogar deutlich länger als geplant - fast die Hälfte der Gesamtstrecke ist Lilli gelaufen. Letztendlich waren es diverse "Darmprobleme", die Lilli immer wieder auf die berüchtigten Dixi-Toiletten am Streckenrand zwangen. Aber auch das hat sie gemeistert und nach 3 Stunden waren beide glücklich im Ziel. Lilli musste zwar noch mit Bauchschmerzen kämpfen, doch Mats hat sich als Fotograf und Helfer als sehr hilfreich im Zielraum erwiesen. Uneigennützig gab er seiner frierenden Schwester seine Jacke und kümmerte sich um ihr Wohlbefinden. Sichtlich stolz, dass Lilli es geschafft hatte.

Noch ohne Kenntnisse, was auf Lillis und Inkes Lauf passierte, startete ich den 2. Marathon meines Lebens über 26.2 Meilen. Auf der ersten Hälte waren meine Zwischenzeiten besorgniserregend gut. Mit 1:50 erreichte ich die 20 KM Marke. Zu schnell, wie sich später herausstellte. Bis KM 30 fühlte ich mich noch fit. Auch wenn die Durchschnittszeit etwas schlechter wurde, lag ich noch im Plan. Meine Zielzeit war 4:08 für die 26.2 Meilen.

Doch dann meldeten sich die Muskeln in den Oberschenkeln und Waden. "Hey Christian, das war am Anfang viel zu schnell für uns und nun müssen wir leider ein bisschen streiken". Nicht genug, diese Muskeln zum Weitermachen zu überreden, da meldeten sich auch noch die Hüften. "Musst du so viel rennen, das sind wir nicht gewohnt und wir fahren jetzt runter." 

Ich beschloss, die Mitteilungen zu ignorieren und lief weiter. Ab Meile 21 ging es auf den Highway 163, der durch San Diego führt. Schon 100x mit dem Auto gefahren und auch immer runtergeschaltet, da dies der beste Weg ist, um Steigungen zu meistern. Nun, zu Fuß und nach über 3 Stunden Laufzeit, empfand ich es nicht mehr als Steigung, die man mit runterschalten bewältigen kann, sondern als Wand. "The fight against the wall"  endete dann nach 4:11 Stunden im Ziel. 

Nun sagte mir zu allem Überfluss noch mein Kreislauf: "Hey, halt dich irgendwo fest, sonst fällst Du um;" und mein Magen machte mir schnell klar, dass er die Gatorade und Banane nicht wollte. Was dafür sorgte, dass ich trotz Gedränge im Zielraum auf einmal viel Platz hatte. Die Medaille konnte ich so eben noch vor der Banane retten.

Aber dann überwog die Freude über das Erreichte von uns allen und der Ausblick auf ein geruhsamen Nachmittag zu Hause. 

 

stolze Sieger Geschafft! Fast am Ziel Die Medaillen sind echt

State Cup

11Feb2016

Hier wie angekündigt ein kleiner Bericht von Lillis letztem Fußballturnier, dem State Cup.

Die Austragung des State Cup (so ähnlich wie Polalspiele in Deutschland) findet jedes Jahr zum Ende der Saison statt. Die erste Runde wird dabei als 4er Turnier gespielt, erster und zweiter (und über sog. Wildcards auch diverse dritte) kommen eine Runde weiter und spielen dann im k.o.-Systyem. Die Austragungsstätten sind über gesamt Kalifornien verteilt.

In der ersten Runde durften wir glücklicherweise ganz in der Nähe, in Oceanside, spielen. Drei Spiel, davon zwei am Samstag und eins am Sonntag. Das erste Spiel ging 2:2 aus, das zweite verloren unsere Mädchen 3:1. Also nicht wirklich rosige Aussichten aufs Erreichen der zweiten Runde.

Und dann kam der in einem der letzten Blogs angesprochene Regen, der das Spielen am Sonntag unmöglich machte. Bis Mittwoch wusste dann keiner so recht, wie das fehlende Spiel nachgeholt wird. Und dann kam die Nachricht: das Spiel findet in Lancaster statt, 250 km entfernt, ein verschlafenes Nest in der Wüste, wo der Hund begraben liegt. Spielbeginn 9 Uhr. Und für den Fall des Erreichens der nächsten Runde (wie gesagt - mehr als unwahrscheinlich) ein weiteres Spiel am Sonntag - ebenfalls in Lancaster.

Da Mats am gleichen Wochenende auch sein Abschlussturnier im Wrestling bestritt, war schon mal klar, dass nur ich mit Lilli nach Lancaster fahren würde. Zum Glück konnte ich mich mit einer anderen Mutter zusammentun, auch für den unwahrscheinlichen Fall eines Spiels am Sonntag könnten wir uns ein Zimmer teilen.

Abfahrt 5:30, die Mädchen schliefen alle noch einmal ein und Kim brachte uns sicher nach Lancaster. Pünktlich um 8:15 standen wir bei kühlen 0°, aber Sonnenschein am Spielfeldrand. Da unser Hauptcoach an diesem Wochenende einer anderen Verpflichtung nachkommen musste, wurde das Team von ihrem Ersatzcoach betreut, der seine Sache mehr als gut machte, die Mädchen motivierte und ihnen wertvolle Tips gab. Und das Unglaubliche geschah: unser Team gewann das Spiel deutlich mit 3:1. 

Das bedeutete, dass wir jetzt doch auf Platz drei standen und durch die relativ hohe Anzahl der Tore stand dann auch eigentlich unmittelbar fest, dass wir über die Wildcard in die nächste Runde gekommen waren. Was noch nicht feststand, war, wann das Spiel am Sonntag stattfinden würde. Zwischen 9 und 16 Uhr war alles möglich. Fest stand aber auf jeden Fall, dass wir die Nacht in Lancaster verbringen durften und uns für den Rest des Tages etwas einfallen lassen mussten, um die Mädchen zu beschäftigen.

Erste Hürde: ein Hotel. Glücklicherweise waren zwei unserer Teamkollegen schon am Vortag angereist und in deren Hotel waren dann auch noch 10 weitere Zimmer frei. Das war schon mal easy.

Zweite Hürde: für über dreissig Personen Restaurants für Lunch und Dinner finden. Nach einigem Herumtelefonieren war aber auch das organisiert.

Dritte Hürde: ein Freizeitprogramm für den Nachmittag. Hier rettete uns die nette Dame am Empfang des Hotels. Ganz in der Nähe gab es einen kleinen Freizeitpark mit Minigolf, Kletterwand, Kartbahn, Lasertech und und und. So waren die Mädchen beschäftigt und nach dem Abendessen auch müde genug, um ohne Probleme schlafen zu gehen.

Eine weitere Hürde hatte sich als gänzlich unproblematisch herausgestellt: was tun, wenn das Spiel erst am Nachmittag ist. Das Spiel war für 9 Uhr angesetzt, was den Männern sogar die Chance ließ, rechtzeitig zum Super Bowl wieder zuhause zu sein.

Wie am Vortag standen wir um 8:15 am Fußballplatz. Gegner des heutigen Spiels eine Mannschaft aus LA, bisher ungeschlagen und mit jeweils mindestens 3 erzielten Toren pro Spiel. Keine Chance für uns, richtig? Falsch! Unglaublich, aber auch dieses Spiel konnte Lillis Mannschaft für sich entscheiden. 1:0. Schlechte Verlierer waren die anderen dann auch noch, mit unsportlichen Fouls und in-die-Hände-spucken beim abschließenden Gratulieren. Aber vollkommen egal - wir hatten gewonnen. 

Und nun muss das Team am nächsten Wochenende wieder nach Lancaster, zur Runde der letzten 32. Leider ohne Lilli, da wir am Samstag in den Skiurlaub nach Colorado aufbrechen. Aber zumindest hat Lilli ihre Fußballkarriere in Kalifornien mit einem Sieg beendet - wenn das mal kein Erfolg ist!

Rain stories

04Feb2016

"It never rains in southern California" sangen unsere Freunde auf unserer Abschiedsparty, und bis auf wenige Ausnahmen konnten wir das in den ersten 2 1/2 Jahren unseres Aufenthalts hier auch bedenkenlos unterschreiben.

Die anhaltende Dürre führte im vergangenen Sommer sogar dazu, dass die Bewässerung der Gärten auf zweimal pro Woche für max. 10 Minuten reglementiert wurde und das in Restaurans ansonsten immer kostenlose Wasser zum Essen nur noch auf Anfrage gereicht wurde.

Aber es gab auch ein paar Regenerlebnisse in den ersten Jahren. So wurde unser erster Besuch beim Profi-Baseball im Juli wegen Regens nach dem vierten Inning abgebrochen, nachdem die Helferlein noch ganz Wimbledon-like versucht hatten, das wertvolle Grün mit riesigen Plastikfolien abzudecken und in einer Regenpause die Sandflächen wieder gut auszubessern. Nützte alles nichts, das Spiel wurde nach einstündiger Wartezeit endgültig abgesagt. (Das gute war, unsere Tickets durften wir für ein anderes Spiel noch einmal benutzen und so haben wir dann 6 Wochen später doch noch ein Baseballspiel gesehen).

Auch unser Besuch bei den Chargers, den Football-Profis aus San Diego, war regenüberschattet. Da es bei diesen Spielen vor allem um das sog. Tailgating geht - Tailgating ist die Zeit, die man vor dem Spiel essender und vor allem trinkender Weise auf dem Parkplatz verbringt - ist hier natürlich Regen besonders blöd. Aber das war dem Wetter ziemlich egal. Glücklicherweise waren wir gemeinsam mit erfahrenen Tailgatern unterwegs und entsprechend ausgestattet mit Zelt, Tisch und Stühlen und ausreichend Alkohol!! Da das Spiel schon um 13 Uhr stattfand, begannen wir mit dem Tailgating dann auch schon um 9. Und bis zum Mittag hatte sich dann auch das Wetter besonnen, so dass wir das Spiel bei Sonnenschein geniessen konnten. Aber zu dem Zeitpunkt hätte uns der Regen auch nicht mehr weiter gestört.

Für diesen Winter war eine Wetterlage vorausgesagt, die sich El Nino nennt. Unwetter, Stürme, Regen, Kälte. All das sollte und soll uns bevorstehen. Und wirklich, es gab in den vergangenen Wochen Tage, da hat es den ganzen Tag nicht aufgehört zu regnen. Kein einziger Sonnenstrahl. Überschwemmte Strassen. Wahnsinn! Jeder Deutsche sagt jetzt, das ist doch ein normaler Zustand in der Zeit von Oktober bis April. Und er hat recht. Und auch wieder nicht, denn wenn es in Deutschland regnet, kann da jeder mit umgehen. Regnet es in Kalifornien, wird das wie eine Naturkatastrophe behandelt. Autofahren ist quasi unmöglich (aehnlich wie beim ersten Schnee im November!!), Fussballtraining und -spiele werden abgesagt, weil die Plätze gesperrt sind, Menschen stehen an den Fenstern und sehen nach draussen - es regnet wirklich!

Höhepunkt war, als an einem Tag die Kinder wegen Regen (!) die Schule nicht verlassen durften, wenn sie ihren Heimweg zu Fuss antreten mussten. Sie wurden aufgefordert, ihre Eltern anzurufen, damit diese sie mit dem Auto abholen konnten. Wie gut, dass Lilli mit dem Bus fährt!

Der Sturm des letzten Wochenendes entwurzelte einige Baeume. Ich habe noch gut die Bilder von Kyrill im Kopf und konnte daher nur mit den Schultern zucken. Dieser Sturm hatte aber auch zur Folge, dass Lillis Fussballturnier im benachbarten Oceanside nicht beendet werden konnte. Das Nachholspiel findet jetzt am kommenden Samstag im 150 Meilen entfernten Lancaster statt - aber die Geschichte ist eigentlich einen eigenen Blogeintrag wert.

Auch für Februar ist noch einiges an Unwetter vorausgesagt. Mal sehen, was da noch so kommt. Aber übrigens, die Reglementierung des Bewässerung ist auch trotz des Regens nicht aufgehoben worden. Zweimal pro Woche. Und da kann es dann schon mal passieren, dass während eines Regengusses zeitgleich die Sprenkleranlangen in den Gärten und Grünanlagen laufen, weil halt gerade Bewässerungstag ist. Das ist Amerika!!!

Amerikansche Independency .. oder wie heißt das?

25Jan2016

Gestern habe ich mit Inke und Lilli eine kleine Wanderung im Rancho Penasquitos Canyon unternommen. Insgesamt waren wir gute 3 Stunden unterwegs. Genug Zeit, um sich viel zu erzählen. Lilli hat in den letzten Wochen die amerikansche Geschichte von Besiedlung, Unabhängigkeitserklärung und Bürgerkrieg gelernt. Sie weiß wirklich gut Bescheid und hat uns viele Details erzählt. Sie erzählte von den natives, the civil war, the Britains and and and. Nach ein paar Sätzen habe ich sie gebeten, die Historie in deutsch zu erzählen. Wow, das war die wirkliche Herausforderung des Tages - ihr fehlten die Worte. So wurde aus der Erzählung schnell eie englisch - deutsches Vokabeltraining. Lilli kann sich trösten, dass ihr Englisch besser ist als meins und sie sicher sein kann, dass die deutschen Wörter im Sommer schnell wieder da sein werden.

In diesem Sinne ... schöne Woche.

California Drivers License Part 5

07Jan2016

Wie die meisten von euch wissen, ist unser Sohn Mats im letzten Jahr 15 Jahre als geworden. Das ist für einen deutschen Jungen sicher nichts besonderes und auch bei den Amerikanern ist das nicht unbedingt anders. Hier ist ein anderer Geburtstag von enormer Wichtigkeit, den wir in Deuthschland weder feiern noch sonstwie irgendwelche Aufmerksamkeit widmen: der Tag, an dem man 15 1/2 wird.

Was ist nun so besonderes an diesem Tag? In Amerika kann man ja bekanntermaßen den Führerschein schon mit 16 machen. Was wir bis vor Kurzem nicht wussten: bereits mit 15 1/2 darf man anfangen, in Begleitung der Eltern auf der Straße Auto zu fahren (ähnlich wie in Deutschland mit 17, wenn man seinen Führerschein bestanden hat). Um das zu tun, bedarf es zwar einiger Vorbereitungen seitens Kind und Eltern, ist aber in keiner Weise vergleichbar mit dem Theorieunterricht und den Pflichtstunden in Deutschland.

Zunächst muss der noch nicht ganz 15 1/2-jährige einen Theorie-Online-Kurs machen, der ihn in die Grundregeln der amerikanischen Straßenverkehrsordnung einweiht. Diesen Kurs machte Mats am Laptop so neben Hausaufgaben und Fernsehen innerhalb ein paar Stunden fertig, den Test am Ende bestand er prompt und zwei Wochen (und 15 Dollar) später segelte uns das Zertifikat ins Haus, mit dem wir nun Schritt zwei in Angriff nehmen konnten.

Für Schritt zwei ist es unerlässlich, das der Jugendliche nicht einen Tag jünger als 15 1/2 ist: der Gang zu dem uns bereits bekannten DMV. Hier fand nun am 7.12.2015 Mats theoretische Führerscheinprüfung statt. Gelernt hatte er wie immer nur das allernötigste und entsprechend skeptisch waren Vater und Mutter, ob der Junge das auch auf Anhieb schaffen würde (immerhin war Christian ja auch beim ersten Versuch durchgefallen). In den letzten 1 1/2 Jahren hatte sich schon wieder so einiges geändert. Die Prüflinge machen den Test jetzt nicht mehr auf dem Papier, sondern mittels eines Computerprogramms, das einem sofort sagt, ob eine Frage richtig beantwortet ist.

Doch so weit waren wir ja noch gar nicht. Pünktlich um 8:20 Uhr standen wir vor dem DMV, wo sich bereits eine lange Schlange gebildet hatte. Zum Glück für uns hatten wir ja einen Termin un konnten an dieser Schlange entspannt vorbeigehen. Also saßen wir nach nur 5 Minuten auf unseren Stühlen und warteten darauf, dass unsere Nummer aufgerufen wurde. Auch das dauerte nicht wirklich lange, es folgte das Aufsuchen des richtigen Schalters. Die hochmotivierte Dame (jeder Witz über deursche Beamte wird garantiert von Mitarbeitern des DMV getoppt!) nahm unsere Daten auf. Nachdem Mats ihre Frage nach seinem Alter wahrheitsgemäß mit 15 beantwortet hatte, klärte sie ihn nach einiger schwerer Kopfrechnerei darüber auf, dass er ja nun nicht 15 sondern 15 1/2 sei und die Frage nach seinem Alter beim DMV auch bitte in Zukunft immer so zu beantworten hätte (weil ja die Prüfung erst ab 15 1/2 erlaubt sei). Was dachte die wohl, warum wir da waren???

Nach einem kurzen Sehtest (den Mats auch ohne seine Brille bestand) und der Zahlung von 33 Dollar musste ich wieder im Wartebereich Platz nehmen, während Mats zunächst ein Foto und dann den Test machen musste. Ich stellte mich auf etwas Wartezeit ein (und ehrlich gesagt auch auf eine Wiederholung des Test). Wie auch schon bei uns hätte Mats heute drei Versuche, den Test zu bestehen. Was soll ich sagen - er hat nur den einen gebraucht. Nach einiger Zeit textete er uns, dass er den Test nicht einmal ganz bis zu Ende machen mustte, weil er schon nicht mehr durchfallen konnte. So kam er also, durchaus ein bisschen stolz, mit ein paar aneinander gehefteten Zetteln aus dem Prüfungsbereich. Geschafft! Unser Sohn war jetzt im Besitz einer gültigen Permit (so heißt hier die vorläufige Fahrerlaubnis).

Als nächstes müssen auch die Amerikaner Fahrstunden nehmen, bevor sie dann wirklich mit ihren Eltern (oder mit jedem anderen Erwachsenen über 25 mit eine gültigen Führerschein) auf die motorisierte Welt losgelassen werden. Die Anzahl dieser vorgeschriebenen Fahrstunden: 6 (Kostenpunkt 90 Dollar pro Fahrstunde). Davon aber nur 2, bevor man mit ihnen fahren darf. Die restlichen müssen sie dann irgendwann innerhalb der nächsten 6 Monate machen, bevor sie zur praktischen Fahrprüfung antreten dürfen.

Mats Fahrstunden fielen auf den Montagabend. 2 Stunden bei Dunkelheit. Aber gut, das wurde hier halt so gemacht. Und dann hieß es Dienstag morgen, als Christian und Mats sich auf den Weg zur Schule machen wollten: Papa, ich fahre heute! Tja, und jetzt nutzt Mats (fast) jede Gelegenheit, hinters Steuer zu kommen. Egal, welches Auto. Egal, wohin. Egal, wie voll es auf den Straßen ist.

Natürlich hat er schon ein paar Fahrfehler begangen, die zum Glück immer glimpflich ausgegangen sind. Und er hat auch schon realisiert, dass andere Autofahrer nicht immer rücksichtvoll fahren. Aber im Großen und Ganzen macht er seine Sache wirklich gut. Ich kann mich inzwischen auch schon entspannt zurücklehnen, wenn ich nicht auf dem Beifahrersitz ein bisschen mit aufpassen muss, sondern auf den Rücksitz verbannt bin.

Genau 6 Monate nach dem Erhalt seiner Permit - also am 6.6.2016 - darf er dann die Fahrprüfung machen und anschließend alleine fahren. Wie das so klappt, davon werde ich sicher in einem Blog mit der Überschrift "California Drivers License Part 6" berichten!

 

 

Roadtrip 395

08Dez2015

Dieser gesamte Trip stand unter dem Stern der ständigen Umplanung. Ursprünglich wollten wir mit einem Wohnmobil durch den Yosemite-Nationalpark und die Sierra Nevada fahren. Die Wohnmobilidee wurde ziemlich schnell von Mats abgeschmettert, da er nicht eine Woche lang mit uns allen auf engstem Raum leben (und sich schon gar nicht für eine Woche ein Minibad teilen) wollte.

Also buchten wir im Sommer drei Hotels für jeweils zwei Nächte: das erste in El Portal, an der Westseite des Nationalparks gelegen, das zweite in Bridgeport und das dritte in Bishop, beide auf der Ostseite. Nun wurde es in diesem Jahr sehr früh Winter in den Höhenlagen des nördlichen Kaliforniens, was zur Folge hatte, dass der Tiago-Pass bereits Anfang November gesperrt wurde. Ein Durchqueren des Yosemite-Nationalparks war somit unmöglich, ein Umfahren würde uns einen kompletten Tag kosten.

Also buchten wir um, so dass wir die gesamte Woche auf dem Highway 395 unterwegs sein würden.Unsere neue Reiseroute führte uns zunächst nach Mammoth, einem Skiort in der Sierra Nevada, östlich vom Yosemite Park.

Das unser betagter Ford die Reise wohl nicht geschafft hätte, hatten wir uns einen Luxus SUV Suburban gemietet. Ausgestattet mit reichlich Platz, WIFI und Satelliten-Radio, war für alle Annehmlichkeiten während der Fahrt gesorgt.

Der "Austria Hof", unser erstes Hotel, war toll gelegen, direkt an einer Talabfahrt (die aber noch nicht in Betrieb war).Schon bei der Ankunft mahnte uns ein Schild, keine Essensrest im Auto zu lassen, da die Bären keine Angst vor der Zivilisation haben.

Nach der ersten Nacht nutzten wir den Tag für einen tollen Schneespaziergang bei herrlichem Sonnenschein. Wir alle waren von Schnee und Wald richtig begeistert. Es wurde uns bewusst, was uns in den letzten 2 Jahren doch gefehlt hat. Aufregend waren dann auch die recht frischen Bärenspuren, die die Warnung des Vortages etwas notwendiger wirken liessen. Die nachmittägliche Wanderung um einen der sog. "Twin-lakes" wurde zu einem kleinen Abenteuer mit Klettern über Felsen und ein paar Schritten auf dem Eis. Und keiner von uns wurde müde, die Winterlandschaft zu genießen.

Auch den zweiten Tag begannen wir am Schneehang direkt hinter unserem Hotel. Dieses Mal nicht zum Wandern, sondern zum Schlittenfahren auf einem Tellerschlitten. Mats, Lilli und Christian lieferten sich ein tolles Rennen, aus dem Lilli als eindeutige Siegerin hervorging - sie flog nämlich mit einer solchen Geschwindigkeit durchs Ziel, das Schlitten und Kind nicht mehr als Einheit landeten. Nach einigen Schrecksekunden stand fest, dass sie außer unschönen Abschürfungen im Gesicht keine bleibenden Schäden davon getragen hatte. Aber das Schlittenfahren war danach beendet.

Danach ging es weiter zu unserem zweiten Ziel, einem Ort namens Bridgeport. Dort hatten wir zwei Nächte gebucht, um von hier die alte Goldgräberstadt „Bodie“ zu besichtigen und eine weitere Tageswanderung zu unternehmen.

Bridgeport entpuppte sich aber schnell als im Winterschlaf befindliche Location. Ein Schild mit „CLOSED – see you next Summer“ hing fast in jedem Hotel und Geschäft. Unser Motel war jetzt auch nicht der Kracher, es hatte jetzt auch angefangen, etwas zu regnen, so dass wir kurzerhand mal wieder unsere Pläne änderten. Aus zwei geplanten Nächten wurde nur eine und weil es allen in Mammoth so gut gefallen hatte, würden wir einfach am nächsten Tag noch einmal dahin zurückkehren. Der Abend hatte Bridgeport dann aber noch eine schöne Überraschung für uns parat - das Lokal für unser Abendessen entpuppte sich als uramerikanische Kneipe, in der wir dann den Abend Blliardspielend beendeten.

Am nächsten Morgen ging hoch nach Bodie. Bei eisigem Wind waren wir fast die einzigen Besucher in der Geisterstadt. Zu Hochzeiten lebten hier Anfang des  20. Jahrhunderts bis zu 10.000 Menschen auf der Suche nach Gold. Die Stadt ist so gut erhalten, dass wir uns gut vorstellen konnten, wie die Menschen hier gelebt, gearbeitet und gefroren haben.

Von Bodie fuhren wir zurück nach Mammoth. Auf dem Weg dahin machten wir halt am Mono Lake, der aufgrund seines bizarren Gesteins Bekanntheit erlangte. Der Mono Lake ist ein Natronsee; er ist also sowohl besonders alkalisch als auch besonders salzhaltig. Aus dem Einzugsgebiet des Sees wird Trinkwasser in eine über 520 km lange Wasserleitung abgeführt, die die Stadt Los Angeles versorgt. Nach der Verlängerung des Los Angeles Aqueducts im Jahr 1941 in das Mono-Becken sank der Wasserspiegel des Sees kontinuierlich ab. Dadurch stieg der Salzgehalt, Teile des Seebetts trockneten aus. Für die Zuflüsse und den See ergaben sich schwerwiegende ökologische Folgen. Zugleich wurden im See und am Ufer zahlreiche unter Wasser entstandene Kalktuff-Gebilde in bizarren Formen sichtbar.

Währen des ganzen Tages begleiteten uns schon Weather Alerts im Radio, die auf starken Schneefall und Sturm hinwiesen. Mit Eintreffen in unserem Hotel in Mammoth begann dann auch der Schneefall - wundersch|n anzusehen!

Am nächsten Tag stand eine Neuschneewanderung auf dem Programm. Nicht zur Begeisterung von Mats und Lilli. Den ursprünglich angepeilten Horseshoe-Lake werden wir wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen, aber nach zwei Stunden waren wir alle auch sehr kalt und kaputt. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Shopping (u.a Skischuhe für Mats für unseren Colorado Trip im Februar).

Der 4. Tag startete mit einer kurzen Off-Road Tour Richtung Hot Springs in Mammoth. In einer wirklich atemberaubenden Landschaft aus Steppe, Bergen und Fluss waren hier heiße Quellen zu sehen, die Dampf und heißes Wasser an die Erdoberfläche transportierten. Zum Baden mehr als ungeeignet, da das Wasser Arsen enthält.

Weiter ging es Richtung Süden nach Bishop. In Bishop besuchten wir am Abend noch ein altes Freibad von 1919, das auch durch eine heiße Quelle gespeist wurde. 4 Meter oberhalb der Wasseroberfläche wurde das Quellwasser über ein Rohr ins Pool gelassen. Somit konnte das Wasser noch genug abkühlen, um niemanden zu verbrühen.

Und auch in Bishop wollten wir unserem Urlaubsmotto nicht untreu werden, alles noch einmal ein bisschen umzuplanen. Da irgendwie alle genug hatten von Landschaft und Wandern stornierten wir die ursprünglich geplante zweite Nacht, um schon am nächsten Tag zurück nach Hause zu fahren. 

Wir starteten aber dennoch den nächsten Tag mit einer Wandertour zu einem kleinen Canyon, der besonder interessante Felsformationen hatte. Es stellte sich schnell heraus, dass die Felsen ideal für Freeclimber sind. Nach und nach begegneten uns unzählige Freeclimber, die mit großen Matratzen auf dem Rücken den richtigen Fels für ihr Vorhaben suchten.

Am frühen Nachmittag machten wir uns dann weiter auf den Weg Richtung San Diego. Diesmal nahmen wir aber bewußt einen längeren Umweg in Kauf, um durch das Death Valley zu fahren.

Das Death Valley begeistert durch unterschiedliche Bergwelten, Wüsten und unendlich lange Straßen. Die Temperaturen sind hier im Sommer bis zu 70 Grad. Jetzt im November waren es angenehme 15 – 20 Grad. Nach 12 Stunden Autofahrt hatte uns San Diego wieder.

Wir hatten jetzt zwar Thanksgiving - Amerikas größten Feiertag - im Auto verbracht, aber wir waren doch alle froh, wieder in unsereneigenen Betten schlafen zu können.

Und hier jetzt noch ein paar Fotos von den eindrucksvollen Landschaften, die uns unterwegs begegnet sind:

Summertime

20Okt2015

Ein langer Sommer neigt sich dem Ende. Seit einigen Tagen haben wir offiziell Herbst, das hat hier nur noch keiner dem Wetter erzählt, da wir uns auch weiterhin an Temperaturen über 30 Grad freuen dürfen.

Es waren wundervolle, abwechslungs- und besuchsreiche, stellenweise wahnsinnig heiße Wochen sowohl hier als auch in Deutschland. Angefangen hat unser Sommer ja mit dem Kurztrip nach New York. Anschließend ging es weiter nach Deutschland zu unserem alljährlichen Heimataufenthalt. Die drei Wochen vergingen wie im Flug und waren angefüllt mit Treffen mit Familie und Freunden, kleinen Ausbesserungsarbeiten am Haus (obwohl der liebe Stefan hier schon hervorragend vorgearbeitet hatte!), ein bisschen Arbeit  und ersten Vorbereitungen für unsere Rückkehr im nächsten Jahr.

War es die ersten Tage in Deutschland noch so kalt, dass Mats aus Verzweiflung den Ofen anmachte, wurde es in der zweiten Hälfte so heiß, dass wir eine Nacht ein Schlaflager im Wohnzimmer aufbauten, weil in den oberen Etagen schlafen nicht möglich war. Auch Deutschland kann richtig Sommer!!

Nach unserer Rückkehr in San Diego begann hier ein kleiner Besuchermarathon. Den Anfang machte Familie Lorenz, die San Diego als ihre Ausgangsbasis für einen Westküsten-Wohnmobil-Urlaub auserkoren hatten. Die vier blieben leider nur das Wochenende über hier, sollten aber am Ende ihres Urlaubs noch einmal zu uns zurückkommen. Direkt im Anschluss erhielten wir Besuch von Familie Höll, die ihren kalifornischen Roadtrip hier in San Diego beenden wollten. Wir verbrachten ein paar schöne gemeinsame Tage, etwas getrübt durch die Tatsache, dass Christian wieder arbeiten und Mats jeden Tag zum Footballtraining musste.

Erste Ermüdungserscheinungen bei unserem aufblasbaren Gästebett traten auch zum Vorschein - Julian lag an dem einen Morgen quasi auf dem Fußboden. Zum Glück war das Loch schnell gefunden und von Christian fachmännisch geflickt (hält tadellos bis heute!). 

Nachdem Familie Höll uns freitags morgens Richtung Los Angeles Airport verlassen hatte, blieb mir gerade mal der Tag Zeit, um das Gästezimmer wieder besuchsfertig zu machen. Abends landete unser Neffe Mirko mitsamt Freundin in San Diego. Also schnell Betten und Handtücher waschen und ein bißchen saubermachen - so muss sich der Bettenwechsel in einem Hotel auch anfühlen!

Mirko und Annabelle verbrachten relativ viel Zeit mit uns (mit 20 bekommt man in Amerika noch keinen Mietwagen!), was insbesondere Mats sehr glücklich machte, da er endlich mal jemanden hier hatte, der exzessiv mit ihm Tag und Nacht XBox spielen wollte. Zwischendurch verabschiedeten sich die beiden mal für ein paar Tage Richtung San Francisco, richteten ihre Rückkehr aber so ein, dass wir ein Wochenende lang so richtig FullHouse spielen konnten. Samstag morgens kehrte Familie Lorenz zurück. Nachdem das Wohnmobil leergeräumt war und alles, was nicht mit nach Deutschland sollte, entweder in unserer Mülltonne oder in einem unserer Schränke gelandet war, lieferten wir das Wohnmobil gemeinsam ab und machten uns dann auf den Weg zum Strand.

Mirko und Annabelle waren auch zwischenzeitlich wieder aus San Francisco zurück und Samstag abend füllten dann Mirkos Bruder Marek und seine Freundin Daniela die letzten Schlafplätze. Wir mussten uns zwar nicht stapeln, aber weit davon entfernt waren wir auch nicht. Den Sonntag verbrachten wir dann alle gemeinsam, bevor Familie Lorenz sich dann leider wieder auf den Heimweg machen musste.

Marek und Daniela brachen dann am Dienstag zu ihrer Kalifornien-Rundreise auf, und nachdem Mirko samt Freundin am Freitag der gleichen Woche auf Heimreise ging, waren wir für kurze Zeit mal wieder ganz unter uns. Das war insofern auch gar nicht so schlecht, weil die Schule hier wieder anfing und Lilli und Mats so langsam mal wieder in den gewohnten Trott kommen mussten.

Mit Marek und Daniela verbrachten wir am Ende ihres Urlaubs noch ein paar schöne Tage hier. Nach ihrem Abflug blieben mir drei Tage, um das Gästezimmer für Mandy und Stefan herzurichten. Zwischen Mandy und Stefan's und Anja und Frank's Besuch lagen dann sogar fünf Tage. Also reichlich Zeit, alles wieder herzurichten. und auch sie verbrachten einige Tage mit dem inzwischen fast schon typischen Besucher-Trip Las Vegas - San Francisco.

Was wir alles so gemacht haben während dieser Wochen (mit oder ohne Besuch, alle zusammen oder nur ein paar von uns): Besuch der Universal Studios, Besuch im Seaworld, Besichtigung der USS Midway, eine Heißluftballonfahrt, keine Freefall-Fahrradtour (die fiel leider wegen Regen aus), zwei Baseballspiele der San Diego Padres (das erste war wegen Regen abgebrochen worden), ein Footballspiel der Chargers (ob ihr es glaubt oder nicht, auch an dem Tag hat es geregnet),einem Dirtcar-Rennen, viele Strandtage (einer davon sogar mit Stachelrochenstich und Besuch bei den Lifeguards!), viele Shopping-Ausflüge, Christian's Geburtstagsparty, Weinproben, eine Hafenrundfahrt und jede Menge gemütlicher Abende auf der Terrasse mit jeder Menge Wein und einem niegelnagelneuen Weber-Grill!!!

Und wir haben jeden einzelnen Moment genossen!

 

Auf unserer "Besucherwand" ist immer noch etwas Platz - bis Juli sind wir noch hier!!

 

Und hier nun noch ein paar Sommerfotos:

 

FORD (Fix Or Repair Daily)

26Aug2015

Eigentlich sollte ich einen Blog über unsere Zeit in Deutschland schreiben oder über unsere netten Besucher, die in den Sommerferien hier sind oder waren.

Aktuell beschäftigt mich aber unser  2005er Ford Explorer (Fix Or Repair Daily), der jetzt einen Bericht wert ist. Allerdings glaube ich, dass mein Bericht über den Explorer auch ein bisschen dadurch geprägt ist, dass ich seit 15 Jahren einen Firmenwagen hatte und bei leichten Unregelmäßigkeiten sofort in die Werkstatt gefahren bin. Fehler und Fehlerursache intressierten mich da nur wenig, hauptsache er war am nächsten Tag wieder fertig.

Vor gut zwei Jahren habe ich voller Stolz gepostet, dass wir uns einen typischen alten FORD SUV zugelegt haben und somit jetzt ein Stück Amerikaner sind. Eins ist heute sicher, einen Ford werde ich nie mehr besitzen. Der in der 1. Generation, seit 1990 gebaute Explorer, ist auf US Straßen ungefähr so häufig zu sehen, wie bei uns ein Golf oder Passat.

Beim Explorer war nach dem Kauf klar, dass wir neue Vorderreifen brauchen. Das war schnell erledigt und die Zusatz- Serviceleistungen, die die Reifenketten bei einem Werkstattbesuch immer anbieten, habe ich dankend abgelehnt. Entweder, weil ich z.B. eine Klimaanlagenreinigung nicht wollte oder weil ich die Serviceleistung einfach nicht verstehen (übersetzen) konnte. Ein „highly recommended Alignment“ hätte ich annehmen sollen. Die Spur vom Explorer war nämlich so miserabel, dass ich vier Monate später wieder 2 Reifen für die gleiche Achse gekauft habe. Ärgerlich dabei war das der Mechaniker beim ersten Reifenwechsel eien Schraube abegebrochen hatte und jetzt das Gewined ausgewbohrt werden mußte. Zusätzlicher Aufwand - zusaätzliche Kosten . Nach fest kommt halt ab. 

Anschließende schnurrte der schwarze 6 Zylinder wieder über den Highway und verbrauchte wie prognostiziert 13 mpg (umgerechnet 18 Liter / 100 KM). Für die Umwelt eine Katastrophe, für den Geldbeutel nicht tragisch, da der Liter weiterhin unter einem Euro kostet.

So kurz vor Weihnachten muckte dann das Gaspedal.  Die Diagnose ergab ein paar Problemchen mit der Elektronik. 1000 Dollar später fuhr der Ford (Found On Road Dead) wieder. Immer locker bleiben, ein paar Reparaturen können wir ja machen, der Wagen ist ja schon 10 Jahre alt und wir haben ihn ja „billig geschossen“.  

Nun fährt unser FORD (First On Recall Day) im warmen Kalifornien, so dass die Kühlung oft auf Hochtouren läuft. Zuviel für das Thermostatgehäuse und deren Dichtungen. Kleines Teil - schnell eingebaut - Wenn man es kann und Werkzeug hat. Mit Stan, meinem Lieblingskollegen und professioneller Freizeitschrauber , war das kein Problem. 4 Flaschen Bier später hatten wir das Problem gefixt. Hat direkt Spaß gemacht und der Tag war das Geld wert.

Nachdem ich den Begriff Alignment verstanden hatte,  habe ich bei Firestone gleich ein „Lifetime Allignment“ für 20 Dollar zusätzlich gekauft. Man weiß ja nie, was der FORD (Found On Redneck’s Driveway) noch alles so macht. Und er machte was ….

Er fuhr nämlich nicht mehr richtig geradeaus und bei hoher Geschwindigkeit war er nur schwer zu lenken. Nun bin ich ja von Berufs wegen ein bisschen verbandelt  mit Fahrwerken sowie Stoßdämpfern und habe schon die eine oder andere Ausfallursache gehört.

Zur Klarstellung der Fakten also erstmal ein gratis Alignment bei Firestone. Prompt bekam der FORD  (Fast Only Rolling Downhill) ein Aufkleber auf die Windschutzscheibe. DON’t DRIVE. DANGEROUS.

Stoßdämpfer, Controlarms, Bushings … die ganze Vorderachse Schrott. Noch ein Schlagloch und alles fliegt mir um die Ohren. Na ja,  für so ein populäres Auto in den USA werde ich die Dämpfer von BILSTEIN kaufen können. Falsch Gedacht.  Leider nicht, das Design der Federbeine, hat unsere Konstrukteure abgeschreckt, diese Dämpfer zu bauen. Also fahre ich jetzt ein Wettbewerbsprodukt. Ehrlich gesagt, es fährt ganz gut in Verbindung mit den restlichen neuen Teilen.

Dass eine Batterie nicht nur im Winter den Geist aufgibt, habe ich dann letzten Sonntag gemerkt. Mein Nachbar hat mir zwar noch ein Aufladegerät geliehen , das für mehrere Stunden in der Garage summte, aber am Montag stand ich wieder im Car-Shop und kaufte eine neue Batterie. Anschließend selber eingebaut, mit meinem Universal Schraubenschlüssel (Ich habe nur den). Zum Festziehen musste die Zange vom Leatherman herhalten.

Gefühlt sind eigentlich alle Teile neu beim FORD (Found ON Rubbish Dumps), und gefühlt habe ich den Wert des Fahrzeugs verdoppelt.

Eine kleine Wertminderung ist allerdings diese Woche eingetreten. Nachdem ich den FORD (Flinstone Or Rubble Driven)  doch sehr knapp in der Garage geparkt hatte und die Lichtschranke vom Garagentor erst reagierte, als der Hebel über die Heckklappe ratschte, ziert nun ein weißer Streifen, tief im Lack, die Klappe.

Eines ist sicher, ich freue mich nächstes Jahr schon wieder auf einen Firmenwagen, egal wie groß, schnell oder komfortabel. Fahren muß er.

Bin mir sicher, dass ich in den verbleibenden 10 Monaten noch ein Kapitel anfügen kann. 

Auf immer Gute Fahrt!!!

Du musst es gesehen, gerochen und erlebt haben.

10Juli2015

How was New York? Was it dirty, crowded  and noisy?  Das sind die Attribute, die der Amerikaner mit New York verbindet. Gleichzeitig ist  New York für alle aber auch „amazing“, d.h. du musst dagewesen sein, du musst es gesehen, gerochen und erlebt haben.  

Aber von Anfang an. Bevor wir in diesem Jahr zu unserem jährlichen Besuch in Deutschland aufgeschlagen sind, haben wir einen 3-tägigen Stopp in New York eingelegt.

Ausgangspunkt unserer täglichen Städteerkundung war Queens. Hier hatten wir von einem jungen New Yorker Nepalesen ein Appartement gemietet. Es dauerte gerade 20 Minuten mit der U-Bahn, um im Herzen von Manhattan auszusteigen. Nach unserer Ankunft am Freitag nutzten wir diesen kurzen Weg auch gleich, um zumindest den Time Square zu sehen. Die gleiche Idee hatten aber noch ca. 200.000 andere Touristen. Dieses Phänomen sollte uns auch in den nächsten Tagen begleiten. Touristen, wohin das Auge schaut. Wenn ich in Mexico ein Kirche besichtige, sehe ich 100 Touris, in Vancouver am Hafen sind es vielleicht 1000. Aber New York schlägt alles. Die Infrastruktur in Manhattan ist ausgelegt für Touristen. Ehrlich gesagt hat uns diese Menge ein bisschen erschlagen.

Aber du musst es gesehen, gerochen und erlebt haben.

Am Samstagmorgen starteten wir mit einer klassischen Stadtrundfahrt durch Down Town Manhattan. Mit einem Knopf im Ohr saßen wir auf dem Oberdeck des Busses und erhielten fast zu jedem Wolkenkratzer, Kirche und Grünstreifen aktuelle Informationen. Ein guter Start zur Orientierung.

Wir stiegen am südlichsten Zipfel Manhattans aus, um mit der Staten Island Ferry die Statue of Liberty aus der Nähe zu sehen. Nach 30-minütiger Wartezeit sowie Sicherheitskontrolle legte die Fähre ab. Wir entschieden uns, an der Freiheitsstatue nicht auszustiegen (die Schlange zum Wiedereinstieg sah nach 3-stündiger Wartezeit aus!) und genossen stattdessen den Blick vom Wasser. Die nächste Station der Fähre war Ellis Island. Hier verließen wir das Schiff, um die Geschichte der Einwanderer besser kennen zu lernen. Außerdem hatte man von hier aus einen Traumblick auf die Skyline Manhattans.

Zurück in Manhattan ging es zu Fuß  zum 9/11 Memorial. Wer die Fernsehbilder aus 2001 noch im Kopf hat, der bekommt doch einen kleinen Kloß im Hals, wenn er jetzt tief in die Fundamente der ehemaligen Twin Towers schaut und die Namen der Opfer liest. Auch das neue One World Trade Center erhebt sich unglaublich eindrucksvoll direkt neben Ground Zero.

Zum Abschluss des Tages besuchten wir noch den New Yorker Ableger von Madame Toussaud. Bisher hatten wir diesen Besuch in diversen anderen Großstädten immer vermieden, Mats und Lilli hatten allerdings einen wahnsinnigen Spaß, sich mit diversen "Berühmtheiten" fotografieren zu lassen. Die Wachsnachbildung ihrer Hände war ein schönes Souvenier dieses Besuchs.

Du musst es gesehen, gerochen und erlebt haben.

Dirty and hot means – auch du bist dreckig, klebrig und müde vom Laufen. Den Sonntag haben wir daher mit einer Fahrradtour durch den Central Park begonnen. Und tatsächlich – keine Lärm, kein Gestank – die grüne Lunge New Yorks. Mit dem Fahrrad ist es ein leichtes, den Park zu umrunden und wirklich einen schönen Überblick zu bekommen. Auch das Genörgel vom ständigen Laufen ist nicht allgegenwertig und der Stresspegel bei Eltern und Kindern ist entsprechend niedrig.Allerdings wunderte uns das extrem hohe Polizeiaufkommen und diverse Absperrungen. Die Nachfrage bei einem Polizisten ergab, dass heute in New York eine der zahlreichen Paraden stattfindet - heute die für Puerto Rico. Das hatte ein bisschen was vom Straßenkarneval in Rio, und erschwerte uns die Rückgabe der Fahrräder gewaltig, zumal Lilli irgendwann lieber schieben als fahren wollte.

Nach dem Naturerlebnis wollten wir uns anschließend einmal der echten Kunst widmen, mussten allerdings feststellen, dass wir eine Familie von echten Kunstbanausen sind. Das MOMA haben wir, glaube ich, in Rekordzeit absolviert. Bilder wie  „Der Nabel“  von Hans Arp oder Selbstportraits von Yoko Ono konnten auf unsere Sternchenskala nur einen Stern erreichen. Mats' Überlegung, aus seinen im Kindergarten gefertigten Kunstwerken doch noch mal Geld zu machen, wird wohl aber daran scheitern, dass er vorher erstmal berühmt werden müsste. Der MOMA-Shop hielt allerdings dann sehr schöne Geschenkideen parat, so dass schnell noch ein paar Mitbringsel gefunden waren.

Ansonsten hielt sich unser Bedürfnis nach Shoppen in New York anlässlich der hier doch recht hohen Preise extrem in Grenzen. Nur die üblichen Erinnerungsstücke mussten gefunden werden.

Am 3. Tag stand zunächst das Empire State Building auf dem Programm. Trotz diesigen Sichtverhältnisse lohnte der Blick vom 82. Stock runter auf die Metropole. Nur die Audiotour entpuppte sich nicht als so fesselnd wie die letzte, die wir auf Alcatraz mitgemacht hatten. Ein "Highlight" des ESB war der sog. Skyride, der sich als schlecht gemachte 4D Show aus den frühen 90er Jahren entpuppte. Wie gut, dass wir dank des New York-Passes bei so etwas nicht extra Eintritt bezahlen mussten - die $20 pro Person hätten uns sonst echt geärgert!

Du musst es gesehen, gerochen und erlebt haben.

An diesem Tag musste New York ein bisschen gewaschen werden, so dass uns der Regen eigentlich den ganzen Tag begleitete. Ein zufälliges Treffen mit Familie Helmke aus Iserlohn war eine tolle Überraschung. Anschließend ging es zu Shopping zu Macys und nach Soho. Natürlich zu Fuß und mit ein bisschen Gejammer - und eigentlich auch komplett erfolglos!

Dann noch einmal in die Subway Richtung JFK. Dort erwartete uns die Crew von Air Berlin und wir konnten in einem nur mäßig gefüllten Flieger entspannt nach Düsseldorf fliegen.

Nur 12 Stunden nach dem Abstieg vom Empire State Building sahen wir dann auch schon den Danzturm und die Iserlohner Wälder. Da dachten wir uns:

Du musst es gesehen, gerochen und erlebt haben. Aber dann reicht es auch!

 

Hier jetzt noch einige Eindrücke:

 

Verlust der Muttersprache

14Mai2015

Das ist uns ja allen schon mal passiert, am Ende eines feucht-fröhlichen Abends. Aber natürlich ist das nicht das, was ich hier meine. Zumal unsere Kinder sich nach wie vor vom Alkohol fernhalten. Und hier geht es in erster Linie um den Verlust der Muttersprache bei unseren Kindern.

Zwar passiert es uns inzwischen auch schon mal, dass wir nach einem deutschen Wort suchen, aber bei Mats und Lilli erstreckt sich das inzwischen auch schon auf Grammatik und die nicht mehr ganz korrekte Verwendung von Präpositionen.

Eine in diesem Zusammenhang erwähnenswerte Unterhaltung mit Lilli macht das sehr schön deutlich:

Lilli: "Ich hab gegen Papa gewonnen, bei zwei Punkten."

Ich: "Das heißt mit."

Lilli: "Mit Papa gewonnen?"

Und nicht nur, dass Lilli jetzt bei zwei Punkten gewinnt, sie hat auch Training von 6 zu 8. Oder noch 10 Seiten zu gehen in ihrem Buch. Dafür muss ich jetzt nicht mehr auf sondern für Mats warten. Er ist außerdem ein Experte darin grundsätzlich zu antworten: " Ich weiß, was es bedeutet, aber nicht, was es heißt.", wenn man ihn nach der Übersetzung eines Wortes fragt.

Pluralbildung ist Lilli manchmal auch ein Buch mit sieben Siegeln. Da wird schon mal gerne ein "s" an alles drangehängt, was mehr als eins ist. Das kann sich durchaus lustig anhören.

Mit schlechter werdender deutscher Sprache wird natürlich das Englisch immer besser. Dies macht sich dann auch gerne darin bemerkbar, dass Christian und ich in unserer Aussprache oder Wortwahl von beiden Kindern verbessert werden. So sagt man das hier nicht! Mats bekam es kürzlich sogar schriftlich aus der Schule - sein Englisch ist inzwischen von den "Einheimischen" nicht mehr zu unterscheiden und er wurde aus jeglicher Förderung herausgenommen und offiziell zum "fluent-speaker" erklärt. 

Bei Lilli ist dieser offizielle Part zwar noch nicht erfolgt, wird aber nicht mehr lange auf sich warten lassen, da sie inzwischen eindeutig auch in Englisch träumt. Als ich letztens nachts noch mal nach ihr gesehen habe, schreckte sie hoch mit den Worten: "Mom, you scared me!"

In diesem Sinne, see you all very soon!

 

Maui - definitv eine Reise wert

08März2015

Da wir im letzten Jahr von Silvester extrem enttäscht waren, haben wir uns für dieses Jahr etwas besonderes vorgenommen. Hawaii. Hier unser Reisebericht:

 

Montag

Los gehen sollte es um 5 Uhr morgens. Da es ja "nur" ein Inlandsflug war, sollte es reichen, wenn wir 1 1/2 Stunden vor Abflug am Flughafen sind. Christians Kollege Stan, der sich netterweise für den Fahrdienst angeboten hatte, kam schon mit leichter Verspätung an. In seinem Truck waren auf dem Weg seltsame Lampen aufgeleuchtet. Nach den ersten 500 Metern beschlossen wir, lieber doch unser Auto zu nehmen - also noch mal schnell zurück und Autos getauscht. Dann mussten wir aber auch noch schnell tanken, denn so wären wir nicht mehr bis zum Flughafen gekommen. Mit nur 30 Minuten Verspätung kamen wir dort an, um beim Einchecken festzustellen, dass unsere Waage Zuhause doch nicht so ganz genau wiegt. Ein Koffer war zu schwer. Also noch mal schnell umgepackt. Zum Glück war an der Sicherheitskontrolle keine lange Schlange, und so waren wir tatsächlich noch früh genug an unserem Gate.

Der 5-Stunden-Flug nach Hawaii verging recht schnell, trotz massiver Turbulenzen unterwegs holten wir alle noch ein wenig Schlaf nach. Am Flughafen besorgten wir schnell unseren Mietwagen (die Auswahl führte zu ersten Diskussionen, weil der Jeep zu teuer war und Christian auf keinen Fall einen Dodge fahren wollte - also wurde es ein Ford!!). Dann ging es erstmal zu Costco, um grundlegende Dinge für unseren Aufenthalt zu besorgen. Wir hatten den Laden noch nicht ganz betreten, da breitete sich schon das erste Strahlen auf Mats' Gesicht aus: das Angebot an Feuerwerk hier war nahezu unglaublich! Da wir aber nicht bereit waren, für den Spaß über $100 auszugeben, blieb es bei der etwas kleineren Packung. Aber immerhin, dieses Jahr würden wir nicht wieder ein Feuerwerk-freies Silvester erleben.

Danach ging es mit einem kurzen ersten Stopp am Strand erstmal zu unserem Urlaubsdomizil. Bei der Buchung über airbnb hatten wir übersehen, dass wir hier nicht eine ganze Wohnung für uns gemietet hatten, sondern nur Räume in einer ansonsten von der Vermieterin bewohnten Wohnung. Insofern war es natürlich etwas spannend, was und wer uns da jetzt erwartet. Das Eis war allerdings vom ersten Moment an gebrochen, als Brenda uns mit ihrem Hund Hailey auf dem Parkplatz quasi in die Arme lief. Einen herzlicheren Empfang hätten wir uns nicht wünschen können.

Schnell war alles Gepäck in den Schränken verstaut und schon ging es mit Handtüchern und Badehosen bewaffnet an den Strand. Der ist hier wirklich so traumhaft schön, wie man es aus diversen Filmen kennt. Etwas eigenartig kam uns nur der leicht verwahrloste Friedhof direkt am Strand vor - ein Anblick, an den wir uns in den nächsten Tagen gewöhnen würden. Friedhöfe findet man auf Maui an den schönsten Plätzen, allerdings sehen die meisten so aus, als sei Grabpflege nicht unbedingt von hoher Priorität.

Abends schlenderten wir dann noch durch Lahaina's Touristen-Innenstadt auf der Suche nach einer Essgelegenheit. Dort konnten wir dann auch direkt das erste Kreuzfahrschiff, das hier vor Anker lag, nebst allen Passagieren bewundern. Zu Essen haben wir aber glücklicherweise auch etwas gefunden.

 

Dienstag

Erste Tat des Morgens (nach dem Frühstück) war das Ausleihen von Schnorchel-Ausrüstung für jeden von uns. Aufgrund des Tipps von erfahreren Maui-Urlaubern fuhren wir dann an den sogenannten Black Rock. Die Schnorchelbedingungen dort sind wirklich ganz gut, allerdings ist der Strand aufgrund diverser nahegelegener Hotels sehr überfüllt, was den Spaß etwas minderte. Das Schnorcheln machte allen Spaß, auch wenn es mir noch ein mulmiges Gefühl bereitete, unter Wasser atmen zu können. Um Parkkosten zu verrechnen, bekam Lilli anschließend erstmal einen neuen Bikini - sie hatte sich aus Versehen nur einen einzigen für den Urlaub eingesteckt.

Am Nachmittag gingen wir dann auf die erste Suche nach den für Hawaii berühmt-berüchtigten Surfern. Auf dem Weg in den Norden boten sich traumhafte Ausblicke, Surfer haben wir allerdings keine entdeckt. Und auch keine Wahnsinns-Wellen.

 

Mittwoch

Für heute hatten wir uns eine besondere Touristenattraktion vorgenommen, die sog. "Road to Hana". Dabei handelt es sich um eine insgesamt nur 12 Meilen lange Strecke entlang am Meer mit diversen Sehenswürdigkeiten und tollen Ausblicken. Vom Frommer's Reiseführer geleitet (und nicht so wie viele andere, denen wir begegneten, von einer Audio-CD) war unser erster Stopp bei den Twinfalls, sehr sehenswerten Wasserfällen. Etwas verunsichert von der Warnung, nichts im Auto zu lassen, schleppten wir sämtliche Wertgegenstände mit auf die ca. 30-minütige Wanderung. Schon nach kurzer Zeit mussten alle mal kurz ihre Schuhe ausziehen, um einen kleinen Fluss zu durchqueren. Mats ging danach barfuss weiter, was unser Tempo etwas drosselte. Nach einigen weiteren Hürden konnten wir die Wasserfälle schließlich sehen. Um ganz zu ihnen zu gelangen, mussten wir allerdings durch hüfthohes Wasser waten. Christian entschied sich für einen kleinen Umweg, damit wenigstens ein paar Sachen trocken blieben. Dafür musste er dann einen recht steilen Abstieg hinunter. Wir haben aber alle die Wasserfälle erreicht und Mats ist sogar ganz ins Wasser gegangen. Der Rückweg zum Auto war etwas beschwerlich, weil wir besagten Abstieg jetzt mit Gegenverkehr wieder aufsteigen mussten.

Aber irgendwann waren wir wieder beim Auto und weiter ging's. Die Road to Hana ist insgesamt eine über viele Serpentinen gewundene Straße entland der nördlichen Küste Mauis. Da nicht nur wir heute auf die Idee gekommen waren, diese Straße zu fahren, war der Verkehr ziemlich dicht. Leider auch mit zahlreichen Asiaten, die ihr Auto lieber tragen würden. Für Christian ein Anlass, an schlecht einsehbaren Stellen zu überholen oder einfach nur so lange immer wieder dicht aufzufahren, bis dem Vordermann auffällt, dass er ja mal rechts ranfahren könnte. Da wir aber im Laufe des Tages diverse Stopps machten, hatten wir auch immer wieder die gleichen Bremsbirnen vor uns. Christians Fahrweise hatte leider nur den Nebeneffekt, dass Mats hinten im Auto schlecht wurde. Also musste ich mit ihm die Plätze tauschen (danach wurde mir auch schlecht und Christian musste seine Fahrweise etwas modifizieren).

Ein weiteres wirkliches Highlight unserer Tour war der "Black Beach", an dem der Sand wirklich schwarz ist. Hana selber gab nicht richtig was her (es gab nicht mal ein Cafe oder so), so dass wir uns dann auch ziemlich schnell wieder auf den Rückweg machten - natürlich wieder über die wundervolle Serpentinenstrecke!

Für den heutigen Silvesterabend hatten wir uns zu einem Lagerfeuer-Picknick am Strand entschieden. Eingedeckt mit diversen Getränken und Snacks verbrachten wir einen ttaumhaften Abend. Die Kinder hatten einen Heidenspaß mit ihrem Feuerwerk (das natürlich schon weit vor 12 abgebrannt war) und Mats unterhielt uns mit wilden Tänzen ums Feuer. Mitternacht haben wir dann gemeinsam mit Brenda im Appartment verbracht, Mats und Lilli haben es sogar verschlafen.

 

Donnerstag

Heute war ein reiner Strand- und Schnorcheltag in Olowalu. Hier ist das Wasser so klar, dass man die Unterwasserwelt wirklich phantastisch beobachten kann. 

 

Freitag

Auch heute waren wir zunächst wieder auf der Suche nach einem Strand zum Schnorcheln. Es sollte heute mal etwas mehr in den Süden der Insel gehen. Auf dem Weg machten wir bei einem kleinen Markt Halt und erstanden unser obligatorisches Mitbringsel - den Tiki für Good Luck. Handgeschnitzt von einem wirklich arm aussehenden Künstler, nicht ganz billig, aber es sah so aus, als könnte er es gebrauchen. Als dann allerdings seine Frau mit dem dicken SUV kam, um unsere Kreditkarte durchzuziehen, haben wir doch etwas doof geguckt!

Für den Nachmittag hatten wir uns die Erkundung des Haleakala-Kraters vorgenommen. Trotz ziemlich starker Bewölkung machten wir uns auf den Weg auf 2000m Höhe - endlich mal wieder eine Serpentinenstraße. Die Kinder bestanden darauf, dass ich heute die Fahrerei übernehme. Je höher wir kamen, desto schlechter wurde das Wetter. Regen, Sturm, Temperatursturz auf nahezu Null Grad. Als wir oben am Parkplatz ankamen, war es so windig, dass wir die Autotüren kaum aufbekamen. Nach 15 Minuten Beratschlagen im Auto, einem Versuch von Christian, mit Taucherbrille draußen etwas zu sehen und einem Versuch von Mats, ob er sich als Drachen eignet, machten wir uns unverrichteter Dinge auf den Rückweg. Dann eben keine Krater!

 

Samstag

Für heute stand unser absolutes Highlight auf dem Programm - eine Schnorcheltour nach Molokini, einem versunkenen Krater, der ca. eine Stunde Bootsfahrt vom Strand entfernt liegt. Nach einer sehr stürmischen und regnerischen Nacht begrüßte uns der Tag wieder schön sonnig, aber immer noch sehr windig. Wir mussten für diesen Ausflug um 5 Uhr morgens aufstehen, was für Lilli sozusagen mitten in der Nacht ist.

Aufgrund des vorangegangenen Wetters waren wir uns auch gar nicht siher, ob das Boot überhaupt fährt. Aber als wir am Hafen ankamen, war alles für die Abfahrt schon vorbereitet. Es ging dann auch sehr schnell los, an Bord wurde Kaffe, Kuchen und Obst gereicht. Leider war die See sehr unruhig, so dass einige besser auf Kaffee und Kuchen verzichtet hätten. Nach nur 5 Minuten standen die ersten Seekranken am Heck und fütterten die Fische. Ich hatte irgendwann meinen mir bis dato unbekannten Sitznachbarn quasi auf dem Schoß, weil das Mädchen neben ihm die Warnzeichen nicht erkannt hatte und nicht mehr rechtzeitig in die Nähe der Reling kam.

Mats sah auch schon länger nicht mehr richtig glücklich aus und ich hatte ein flaues Gefühl in der Magengegend. Aber der Krater war schon in Sicht, die Sonne schien, die Wetsuits und die Ausrüstung warebn verteilt - es konnte sich jetzt also nur noch um Minuten handeln, bis wir für die Strapazen belohnt wurden. Doch dann kam die Durchsage des Kapitäns. Er würde es außerordentlich bedauern, aber wir müssten umdrehen. Der Wind würde genau in den Krater drücken uns es sei zu gefährlich, hier aus dem Boot zu gehen. Wir könnten alle entweder in den nächsten Tagen die Tour wiederholen oder würden unser Geld zurückbekommen. Na großartig! Mats wurde bei dieser Durchsage noch eine Spur blasser und verbrachte dann den gesamten Rückweg (der noch unruhiger war als der Hinweg) am Heck des Schiffes. Ich habe all meine Konzentration auf Ein- und Ausatmen gelegt. Nur Christian und Lilli ging es gut.

Um 9 Uhr waren wir zurück am Hafen und trotz leichter Übelkeit hatten wir jetzt alle erstmal Lust auf ein Frühstück. Anschließend haben wir uns dann die Unterwasserwelt Mauis im Ocean Center angesehen. Das war zwar nicht dasselbe wie selber Schnorcheln, dafür waren die Haie wesentlich weniger gefährlich.

Den Rest des Tages verbrachten wir dann wieder am Strand. Schnorcheln war heute allerdings wirklich nicht möglich, weil das Wasser vom Sturm total aufgewühlt war.

 

Sonntag

Für unseren letzten Tag hatten wir uns noch einmal etwas besonderes überlegt. Wir mieteten uns ein sogenanntes Paddle-Board. Hierbei handelt es sich um ein etwas überdimensioniertes Surfboard, auf das man sich stellt und dann per Paddel recht gut fortbewegen kann. Dadurch kommt man viel weiter aufs Meer und dort ist das Schnorcheln wiederum wesentlich interessanter. Das Wetter und somit auch die Sicht unter Wasser war wieder einmalig schön. 

 

Montag

Rückreisetag. So schnell geht eine Woche vorbei. Nach unserem Abschied von Brenda verbrachten wir noch ein paar Stunden am Strand. Und wurden noch einmal richtig belohnt. Wir konnten tatsächlich noch Schildkröten unter Wasser entdecken. Wie aufregend! Das war der krönende Abschluss unseres Traumurlaubs auf Maui.

 

Zum Schluss noch ein paar Bilder:

 

Wir sparen Geld!!

02Feb2015

Das Einkaufen in Amerika macht meistens schon sehr viel Spaß. Zum vollen Preis kaufen wir eigentlich fast gar nichts. Inzwischen haben wir von allen möglichen Geschäften Kundenkarten. Dort gibt es dann entweder 5% auf den gesamten Einkauf oder man sammelt Punkte, die man dann an der Tankstelle preisreduzierend einsetzen kann. Häufig gibt es auch "buy 1, get 1(2,3) free", oder kaufe 4 für $2,99 anstatt 1 für $5,99. Die Möglichkeiten, Geld zu sparen, sind nahezu unerschöpflich.

Schönstes Beispiel ist unser Einkaufserlebnis vom letzten Freitag. Mats hatte beschlossen, jetzt doch zum Winter Formal zu gehen, und da man sich dafür bekanntlich etwas in Schale schmeißen muss, kam die Idee auf, dass er gerne eine Weste hätte. Alles andere war vorhanden, einschließlich eingener Krawatte, weil die Jungs ja immer sehr schick zu ihren Ringer-Wettkämpfen fahren müssen.

Also fuhren wir am Freitag abend - auch das so eine schöne Sache hier, die Geschäfte haben bis weit in den Abend geöffnet - in "unsere" Mall zum Shoppen. Bereits im ersten Geschäft wurden wir westentechnisch fündig. Da Mats in kurzer Hose und Poloshirt losgegangen war, nahm er zur Anprobe auch gleich noch ein Oberhemd mit. Sehr schick!!

Schnell war die Entscheidung gefallen, welche von den zwei Westen es sein sollte, und auch das Hemd - obwohl gar nicht nötig - wäre nicht schlecht, meinte er. Der Blick auf die Preisschilder zeigte folgendes Bild: die Weste war im Preis reduziert auf $9,97, bei dem Hemd fehlte der Preis völlig. Zurück bei dem Regal mit den Hemden fand sich genau ein Hemd, das noch mit einem Preis ausgezeichnet war, Preis $39,98.

Zwischenzeitlich hatte auch Christian ein T-Shirt auf dem "heute 30% off"-Tisch gefunden. Und so machten wir uns dann mit unseren Schätzen auf den Weg zur Kasse. Bereits beim Einscannen des Hemdes wurde klar, warum alle Hemden ohne Preisschild in dem Regal gelegen hatten: der Preis war auf $59 erhöht worden, man hatte aber vergessen, diesen Preis auch auszuweisen. Da wir ja nun im Besitz des alten Preisschildes waren, war es gar keine Frage, dass wir auch diesen Preis bekommen würden.

Zweite Position: Weste. Obwohl mit $9,97 (von ehemals $69) ausgezeichnet, warf die Kasse nur einen Preis von $6,97 aus. Da mussten wir nicht intervenieren. Doch beim T-Shirt sah das wieder anders aus. Hier wurde der volle Preis ausgewiesen. Nachdem Christian der Kassiererin gezeigt hatte, wo es das gute Stück gefunden hat (und sie ihn darauf hingewiesen hat, dass das T-Shirt da aber gar nicht hingehört), hat sie die 30% Rabatt von Hand eingegeben.

Da Freitag war oder der Januar fast zuende oder wir so nett, gab es auf den gesamten Einkauf noch mal einen Rabatt von 20%. Am Ende mussten wir noch $56,29 bezahlen (von ursprünglichen $183,26). Wie gesagt - jede Menge Geld gespart. So macht Einkaufen Spaß!

Happy Holidays

28Dez2014

Vermutlich könnte jede Familie nach den Weihnachtstagen einen Blog über ihre Erlebnisse schreiben. 

Einen Eintrag wert ist auf jeden Fall unser Heiligabend. Nach Überbrückung der Wartezeit am Strand (bei sommerlichen Temperaturen), einem Spaziergang durch das wieder schön illuminierte Westwood und anschließendem "unvermeidlichen" Weihnachtsessen kam es endlich zur Bescherung. Unter unserem  amerikanischen Baum (Grand Fir) lagen wie jedes Jahr unendlich viele kleine und große Überraschungen. Inke hatte sich wieder viel Mühe gegeben, alles einzupacken, mit Schleifen zu versehen und auch noch Etiketten zu kleben: von wem … für wen.  Mindestens einen Level schlechter waren dann meine Geschenkverpackungen. Es fehlten Schleifen und die Etiketten sowieso. Auf einem ganz besonderen Level waren dann doch die Geschenke von Mats. Während ihm seine Mutter noch geholfen hatte, die Geschenke für Lilli und mich einzupacken, so musste er das Geschenk für Inke komplett alleine verhüllen. Zunächst schaffte er es, das Geschenkpapier so um den quadratischen Karton zu hüllen, dass er alle Enden, wie bei einer Schultüte, mit viel Tesafilm auf der Unterseite zusammen raffen konnte. Bei der Papierauswahl hatte er in Inkes Sammelkiste nur Geburtstagspapier (Happy Birthday) gefunden. Das Problemlöste er allerdings mehr als kreativ. Dank eines schwarzen Filzstifts. Die Happy Birthday Schriftzüge auf dem Papier wurden einfach um Jesus erweitert; „Happy Birthday Jesus“. So war uns an diesem Abend noch viel bewusster,  dass  Jesus seinen 2014ten Geburtstag feierte. 

 

Desert Trip

Am 1. Weihnachtstag ging es dann mit Udo und Gisela zu unserem ersten Wüstentrip. Udo und Mats fuhren mit dem Motorrad voraus und allen anderen fuhren in unserem Ford hinterher. Leider ließ uns heute das Wetter zunächst etwas im Stich. Ungemütliche Temperaturen und sogar etwas Regen.

Schon beim ersten geplanten Stopp mussten wir feststellen, dass am 1. Weihnachtstag nicht nur die Geschäfte geschlossen haben, sondern auch alle Restaurationen und Fast Food Ketten in den USA. Mats war über den Zwischenstopp trotzdem froh. Obwohl es nicht den versprochenen Kaffe oder heiße Schokolade gab, nutzte er doch die Gelegenheit, vom Motorrad aufs Auto umzusteigen und seine Hände wieder aufzutauen. Nach gut zwei Stunden Fahrt durch die Berge und Geröllwüste kamen wir in Aqua Caliente an.

Aqua Caliente ist bekannt für seine heißen Quellen. Eine Outdoor- und Indoor Pool lassen mitten in der Wüste das Gefühl von Bad Sassendorf aufkommen. Nur nicht so viele alte Leute. Nach einem ca. 1 stündigen Badeaufenthalt hatte Gisela noch eine schöne Überraschung für uns parat. Jeder bekam ein T-Shirt, mit dem wir im nächsten Jahr garantiert den Ugly Sweater Wettbewerb zu Weihnachten gewinnen werden. Anschließend ging es weiter nach Borrego Springs. Die gut 30 durch die Wüste waren sehr kurzweilig, da die Wüstenlandschaft und die Berge immer wieder tolle Aussichten boten.

Kurz vor Borrego Springs kann man rechts und links der Staße bereits große rostige Stahlskulpturen sehen, die durch einen Künstler geschaffen wurden. Ob Elefanten , Pferde oder Dinosaurier - die Skulpturen stehen mitten in der Wüste. Derzeit über 130 Stück. Es lohnt ein Blick auf die Webseite. http://www.desertusa.com/borrego/bs-art.html

Unser Mittagessen bekamen wir in einem Hotel in Borrego Springs. Durch die Feiertage bestand die Karte allerdings nur aus einem speziellen Weihnachtsmenü mit spezielle Weihnachtspreisen. Normal kein Problem, wenn wenigstens irgendetwas dabei gewesen wäre, was unsere Kinder ohne Probleme essen würden. Letztendlich entschied Mats sich für den Turkey mit Stuffing, Kartoffelpürree und grünen Bohnen (wovon er zumindest den Turkey aß). Lilli ließ sich das Filet Mignon bis auf die Bohnen komplett schmecken und war völlig begeistert von den guten Messern in dem Restaurant, die das Durchschneiden des Fleisches quasi alleine übernahmen (!).

Da nicht viele Besucher an diesem Tag unterwegs waren und die Sandwege zwischen den Skulpturen menschen- und autoleer waren, schlug nun die Stunde von Mats. Seine erste Autofahrt am Steuer des Ford. Er fuhr mit dem Ford fort. Nach kurzer Anweisung, dass man beim Automatik den linken Fuß nicht braucht (Mats Anmerkung war, dass er beim Kart fahren mit rechts immer Gas gibt , während er gleichzeit in den Kurven mit links bremst) und der Hebel auf „D“ stehen muss, ging es los. Sicher fuhr Mats mit 30 mph über die Sandwege. Nach wenigen Sekunden ertönte aber ein uns sehr vertrautes Piepen. Auf Inkes Frage, wer nicht angeschnallt ist, guckten Mats und ich uns nur leicht erstaunt an. Das hatten wir bei der ganzen Vorbereitung total vergessen. Routiniert legten wir die Gurte während der Fahrt an und kamen anschließend sicher zum Stehen.

Ich übernahm wieder das Steuer und weiter ging es ins 1300m hoch gelegene Dörfchen Julien. Da auch hier alle Cafés und Geschäfte geschlossen waren und Temperaturen von 5 Grad nicht zum Verweilen einluden, fuhren wir nach kurzem Aufenthalt weiter und machten uns auf den Heimweg.

Insgesamt waren es gute 200 Meilen an diesem Weihnachtstag, die uns einen tollen Eindruck über die naheliegende Wüste gaben.  Die Vielfältigkeit in Kalifornien ist einfach unglaublich. Von unserem Haus sind es  80 Meilen in die Wüste (im Sommer so heiß, dass Teile gesperrt sind) , 20 Meilen sind es zum Pacific, wo man ganzjährig schwimmen oder surfen kann. 100 Meilen Richtung Nordosten bringt uns in die Berge zum Skifahren. Die schneebedeckten Berge sind derzeit von LA gut zu sehen.

Happy Holdidays

 Illumination an Heiligabend  Wo ist die Bremse???

Mexico und zurück

06Dez2014

Eigentlich ist eine Geschäftsreise nach Mexico-City nicht unbedingt einen Blogeintrag wert. Die Reisen sind in der Regel ziemlich simpel. Flughafen - Hotel - Kunde - Restaurant - Hotel - Flughafen.

Der Trip nach Mexiko kann aber einige Außergewöhnlichkeiten aufweisen. Nach guten Gesprächen mit dem Kunden ging es am Nachmittag in eines der besten Restaurants in Mexico-City. Die gebratenen Heuschrecken zur Vorspeise wurden mit einem lokalem Bier zusammen verspeist und nach dem gegrillten Oktopus gab es einen guten Tequila, allerdings ohne Wurm. In all der Euphorie über gutes Essen hatte ich mein Leid vom Morgen vergessen. Kopfschmerzen und Magengrummeln hatte ich zuvor mit Tee und zwei Aspirin erfolgreich bekämpft. Zusammen mit dem Espresso kamen aber alle Sympthome vom Morgen verstärkt zurück. Der erste Kellner half mir schnell aus dem Stuhl, der zweite Kellner öffnete die Türen und ein dritter Angestellter war bereits auf den Örtlichkeiten und sorgte dort für Sauberkeit. Er sollte gleich noch mehr zu tun bekommen. Alle Leckereien gingen mir nochmal durch den Kopf, über meine Krawatte und weg. Die Krawatte habe ich gleich entsorgt. Reinigung sinnlos.

Zurück im Hotel verbrachte ich eine eher unruhige Nacht, bis ich am anderen Moregn um 9.00 Uhr zu einer kurzen Stadtbesichtigung aufgebrochen bin. Leicht geschwächt, aber hoch motiviert machte ich mich auf den Weg. Bis zum Abflug hatte ich noch ein paar Stunden Zeit. Trotz Magengrummeln konnte ich tolle Eindrücke sammeln. Ich beschränkte mich auf Gebäude rund um den "Zocala Hauptplatz". Wo einst ein aztekischer Tempel dem Sonnengott gewidmet war, steht heute mit der Catedral Metropolitana die größte Kathedrale des Landes und des ganzen amerikanischen Kontinents. Die Kirche wurde erst 1813 nach einer Bauzeit von fast 300 Jahren vollendet.

Gleich hinter der Kirche sieht man den wichtigsten Tempel im Reich der Azteken - den Templo Mayor. Von der einstigen Pracht ist leider nicht mehr viel zu sehen, nur die Grundmauern lassen die einstige Größe des Templo Mayor erahnen. Das Museum habe ich mir aus Zeitgründen gespart.

Ansonsten habe ich das Treiben der Mexikaner auf den Straßen bestaunt. 25 Mio Menschen leben hier im geordneten Chaos und unter teileweise grenzwertigen Bedingungen.(das ist geschönt)

Am Flughafen angekommen, meldete sich der Magen wieder. Ich beruhigte ihn mit Tee und Schokolade. Natürlich hatte der Flug Verspätung, was meinen Anschlussflug in Houston sehr fraglich machte. United schickt mir auch schnell eine SMS, dass der Hotelvoucher in Houston für mich bereit liegt.

8.45pm Landung in Houston Terminal E.  9.05pm Weiterflug nach San Diego, Gate 33 Terminal C. Das ist gefühlt, wie von Iserlohn nach Letmathe laufen. Allerdings habe ich zwischen Letmathe und Iserlohn keinen Zoll, keine persönliche Kofferübergabe und keinen Sicherheitscheck.

But "I made it". Nassgeschwitzt erreichte ich Gate 33 und nahm meinen Platz im Flieger ein. Die Bauchschmerzen gingen jetzt in Krämpfe über. Ich dachte, so müssen Wehen sein. :)

Da der Flieger auch kein Unterhaltungsprogramm anbot, konnte ich mich nur mit einem Film ablenken, der noch auf meinen Ipad geladen war: "Smurfs". Irgendwie schaffte ich den Flug und landete endlich in San Diego. Noch schnell den Koffer holen und dann nach Hause. Wo der Koffer ist, blieb unklar, aber ich bin jetzt in Besitz eines Schreibens, das mir garantiert, dass mir der Koffer nach Hause gebracht wird.

So konnte ich ohne Koffer noch einen kurzen Zwischenspurt einlegen, um den Shuttle zum Longterm Parkplatz zu bekommen und saß 20 Minutren später in meinem Auto. Geschafft.

Den heutigen Tag habe ich dann doch zum Regenerieren genutzt und im Fernsehen das Comeback von Tiger Woods geschaut. Aber sein Chipping war schlimmer als meine Bauchschmerzen.

hermoso día

P.S. Der Koffer ist übrigens am Samstag mit nur einem Tag Verspätung bei uns Zuhause abgeliefert worden und dem Magen geht es inzwischen auch wieder besser.

 

Thanksgiving

03Dez2014

Letzte Woche war der wohl wichigste Familienfeiertag Amerikas: Thanksgiving. Hatten wir uns im letzten Jahr noch selber an ein gefülltes Federvieh gewagt, hatten wir in diesem Jahr das Glück, zu amerikanischen Freunden eingeladen worden zu sein. Die Eltern von einem von Mats' Schulfreunden hatten sich unserer erbarmt und uns kurzfristig gefragt, ob wir nicht mit ihnen gemeinsam Thanksgiving feiern wollen.

So würde sich für uns also endlich das spannende Rätsel lösen, ob die Amerikaner an Thanksgiving wirklich so viel zu Essen auf dem Tisch haben. Diese Frage können wir heute ganz klar mit ja beantworten. Was da neben dem traditionellen Truthahn an Beilagen aufgetischt wurde, war schon unglaublich. Neben den anwesenden 8 Erwachsenen und 8 Kindern wäre sicher auch noch Mats Footballmannschaft satt geworden. Und auch ein zweites Vorurteil hat sich bestätigt: die Männer sitzen die ganze Zeit vor dem Fernseher und gucken Football, zumindest nachdem das Essen größtenteils beendet war.

Wir Frauen saßen die meiste Zeit des Abends mit Wein und Schnaps draußen und hatten sehr viel Spaß. Ich habe ein neues Getränk mit Namen Fireball kennengelernt. Das ist Whiskey mit Zimt, aber in scharf. Brennt einem die ganze Kehle frei. Die Gespräche wurden mit steigendem Alkoholpegel interessanter und auch hitziger, vor allem als es um die Frage ging, ob eine 17jährige schon mit empfängnisverhütenden Maßnahmen versorgt werden sollte, wenn sie einen Freund hat. Die Meinungen gingen hier doch sehr weit auseinander. Die Mutter stand auf dem Standpunkt "Er kennt seine Grenzen" und "Bei meiner Tochter kommt erst die Familie, dann der Sport und dann irgendwann mal vielleicht der Freund". Ich bin mir nicht so sicher, dass das Mädchen das auch so sieht. Eine andere Mutter war der Meinung, dass man in so einer Situation lieber auf Nummer sicher gehen sollte - bevor etwas passiert. 

Nun aber zurück zum Thanksgiving. Im Laufe des Essens mussten die drei Söhne unserer Gastgeber an den Tisch kommen und uns erzählen, wofür sie dankbar sind. Das war eine sehr nette Idee. Nachdem der Truthahn nebst Stuffing und Beilagen nicht vernichtet, aber zumindest etwas dezimiert war, ging es übergangslos zu den Desserts über. Jegliche Form von Pumpkin-Pie wurde aufgetischt. Irgendwann hatte ich das Gefühl, noch satter geht nicht mehr. Da versucht man, möglichst unbelastet in die Weihnachtsvöllerei zu kommen, und jetzt haben wir die besinnliche Zeit mit einer Riesen-Fresserei begonnen. Schön!

Der Abend nahm seinen Lauf. Wie schon gesagt, die Männer verbrachten ihn gemeinsam vor dem Fernseher, die Frauen auf der Terrasse. Als das trotz Heizpilz zu kalt wurde, fanden sich plötzlich alle wieder in der Küche ein. Und ob ihr es glaubt oder nicht, einige haben tatsächlich noch mal was gegessen. 

Bevor wir gegen 9 Uhr nach Hause gerollt sind, bekam jeder Anwesende Unmengen von Left-overs in Tupperdosen mit nach Hause. So war auch unser Abendessen für den nächsten Tag gleich mit erledigt!

Taxi Mama

25Nov2014

Kinder im Alter von 12 und 14 zu haben, bedeutet besonders in Amerika vor allem eins: viel Fahrerei. Deshalb möchte ich jetzt hier mal den typischen Ablauf eines Ferien(!)tages darstellen:

Es ist Montag Morgen, erster Ferientag des Thanksgiving-Breaks. Keine Schule heißt aber natürlich auf keinen Fall kein Training. Da Mats sich seit neuestem im Wrestling versucht, steht Wrestling-Training von 9 - 11 Uhr auf dem Programm. Wir haben eine Fahrgemeinschaft mit noch zwei anderen Jungs, aber heute bin ich dran mit Fahren, und zwar hin und zurück. Wir starten um 8:20, damit wir auch ja pünktlich in der Schule sind, sammeln die anderen Burschen ein und sind somit um 8:40 in der Schule.

Jetzt muss ich auch wieder schnell nach Hause, denn auch Lilli hat sich für ein Ferien-Sport-Programm entschieden. Fußball-Camp mit einer Freundin, Start 10:00, Fahrzeit inkl. Einsammeln der Freundin ca. 25 Minuten. Wir starten um 9:15 mit reichlich Pufferzeit. Auf halbem Weg zu besagter Freundin fällt mir ein, dass ich sowohl Anmeldung als auch Geld Zuhause liegen gelassen habe. Also schnell zurück. Zum Glück sind wir ja rechtzeitig losgefahren. Mit nur 5 Minuten Verspätung kommen wir bei Lillis Freundin Natalie an und sammeln sie und ihren Bruder ein. Die Mama ist arbeiten, wird mir aber später um 12:00 das Abholen der Kinder abnehmen. 

Nach etwa 3 Minuten Fahrzeit kommt plötzlich nervöses Gemurmel von der Rückbank, kurze Zeit später die vorsichtige Frage von Natalie, ob sie mal kurz ihre Mama anrufen könnte - die beiden hatten Anmeldung und Geld Zuhause liegen gelassen! Nach einer erneuten Kehrtwende, und wirklich kurzer Wartezeit auf Kelly (sie arbeitet glücklicherweise ganz in der Nähe!) machen wir uns um 9:48 wieder auf den Weg zum Camp, voraussichliche Fahrzeit 12 Minuten. Das ist noch zu schaffen! Und tatsächlich, ohne weitere Zwischenfälle kommen wir auf dem Fußballplatz an und ich kann die Kinder pünktlich abliefern.

Es lohnt sich nicht, nach Hause zu fahren, bevor ich Mats wieder einsammeln muss, also nutze ich die Zeit für ein paar schnelle Besorgungen, und stehe pünktlich um 11 Uhr wieder vor der Highschool. Keine 15 Minuten später kommen die Herren der Schöpfung auch schon angeschlufft und ich darf, nachdem alle vor ihren Haustüren abgeliefert wurden, auch mal wieder kurz nach Hause.

Das Tolle an Ferien ist, dass die Lehrer bzw. Trainer die Zeit der Kinder trotzdem gut füllen. Damit Mats auf keinen Fall Langeweile bekommt, ist für den Nachmittag noch eine zweite Trainingseinheit auf freiwilliger Basis angesetzt. Also verlassen wir um 13:30 erneut das Haus Richtung Schule, dieses Mal allerdings ohne weitere Fahrgäste, weil die anderen Jungs sich lieber eine Pause gönnen. 

Zurück Zuhause warte ich darauf, dass Lilli abgeliefert wird. Netterweise durfte sie noch ein bißchen bei Natalie bleiben und wird dann auch noch gebracht - ich brauche nicht fahren!! Aber das heißt natürlich nicht, dass die Fahrerei schon ein Ende hat. Zunächst einmal hat Lilli um 15 Uhr einen Zahnarzttermin. Das amerikanische Gesundheitssystem ist ja sicher nicht das allerbeste, aber aufs Termine einhalten verstehen sich die Ärzte hier. Das ist auch nötig heute, denn ab 15:30 wartet Mats ja bereits wieder darauf, vom Training abgeholt zu werden.

In Deutschland undenkbar, hier wirklich keine Problem, trotz 10 Minuten Fahrzeit von Zahnarzt zu Schule stehen Lilli und ich pünktlich an der Schule. Und fahren von dort aus alle zusammen nach Hause.

Fahrdienst für heute erledigt!?! Natürlich nicht! Nach dem Duschen kommt Mats auf die Idee, dass es noch viel zu früh ist, um den restlichen Tag zu Hause zu verbringen. Ob ich ihn zu Adan fahren könne. Ich müsste ihn auch nicht wieder abholen, das würde eine andere Mutter erledigen. Also sitzen wir um 17 Uhr wieder mal im Auto Richtung Schule, denn Adan wohnt quasi neben der Highschool. 

Lillis Vorschlag, dass wir noch mal kurz in die Mall fahren könnten, hab ich dann allerdings abgelehnt. Für heute reicht es! Morgen ist ja auch noch ein Tag.

 

Kurzurlaub

19Nov2014

Wir haben ja nun das Glück, für drei Jahre in einer Stadt zu leben, in der andere zum Urlaub machen extra hinfahren. Und auch nach nun 1 1/2 Jahren hat sich das Gefühl noch nicht abgenutzt, dass ein Tag am Strand sich wie Urlaub anfühlt.

Letzten Sonntag haben Christian und ich dieses Gefühl mal wieder richtig ausgekostet. Das Wetter ist zwar nicht mehr heiß, aber immer noch sehr angenehm, die Kinder waren anderweitig beschäftigt und so haben wir uns mal wieder in unseren kleinen Beetle gesetzt und haben einen uns noch unbekannten Teil der Küste erkundet. Zwischen Del Mar und La Jolla gibt es ein Stück Steilküste, von wo man einen traumhaften Blick aufs Meer hat. Diesen Ausblick nutzten auch zahllose Paraglider, die an diesem schönen Fleckchen Erde die Steilküste als Absprungschanze nutzen.

Über eine eher weniger als mehr abgesicherte, größtenteils natürliche Treppe erreichte man den Strand. Der Weg runter war schon eine Herausforderung. Unten angekommen erwartete uns eine Überraschung - wir waren an dem wohl einzigen FKK-Strand San Diesgos gelandet. Die zu ca. 90% aus Männern bestehenden Nudisten waren ein interessanter Anblick, wenn auch kein schöner. Von Männern, die ihren kleinen Freund ein Stück vor sich hertrugen bis zu wirklich richtig alten Säcken war hier wirklich alles vertreten. Es wurde ein lustiger Spaziergang.

Anschließend quälten wir uns die Treppe wieder hoch (gefühlte 10m Höhenunterschied auf einem Meter). Meine Beine fühlten sich ein bisschen wie Pudding an, wir waren heute morgen immerhin auch schon 13 km gejoggt. Oben gab es glücklicherweise ein kleines Strandkaffee, denn an Verpflegung hatten wir nicht gedacht. Wer ahnt denn schon, dass wir für unseren Strandspaziergang richtig kraxeln müssen.

Wir haben also unsere Gesichter noch ein bisschen in die Sonne gehalten und den Paraglidern bei ihren Starts und Landungen zugesehen. Entspannung pur!

Auf dem Rückweg sind wir dann noch nach Torrey Pines zu San Diegos wohl schönstem Golfplatz gefahren, damit Christian endlich seine Residential-Karte bekommt, um diesen Platz auch spielen zu dürfen. Als wir wieder zuhause waren, waren wir uns auf jeden Fall einig - so ein Tag Urlaub ist schon unbezahlbar.

Donation, Fundraiser und Volunteering

15Sept2014

Schule und Sport spielen in den USA eine wichtige Rolle, öffentliche Gelder sind allerdings sehr knapp bemessen. Und viele Aktivitäten wären nicht möglich mit einer kleinen Aufbesserung der finanziellen Mittel. Daher ist es hier absolut gängig, sowohl in der Schule von wirklich jedem Lehrer als auch im Sport andauernd um Spenden gebeten zu werden. Das geht los mit Sachspenden, wie z. B. Taschentücher, Desinfektionsmittel, Papier und, und, und. Jeder nimmt aber auch gerne Bares oder Checks. Jede Schule hat ein automatisiertes System, in dem die Eltern den einzelnen Lehrern Geld spenden dürfen. Und auch in Lilli's Fußballverein war jede Mannschaft zur Abgabe einer Donation verpflichtet.

Neben diesen direkt von den Eltern geleisteten freiwilligen Spenden haben die Amerikaner eine zweite Möglichkeit entdeckt, ihre Kassen aufzubessern. Diese nennt sich Fundraiser und kann auf vielfältige Art und Weise gestaltet werden. Schon im letzten Jahr musste Mats für seinen Football-Club kleine Plastikkarten verkaufen, auf der diverse Firmen, Geschäfte und Lokale im Kleinformat mit einem Angebot abgebildet waren. 10% auf einen Ölwechsel, ein Freigetränk bei Taco Bell bei gleichzeitigem Kauf eines Tacos, usw. Pro Karte nahm der Verein $10 ein, jedes Kind musste 10 Karten verkaufen. Ähnlich war es auch in diesem Jahr beim Highschool-Football. Nur kostete die Karte dieses Jahr $20. Der Anreiz für die Jungs war allerdings auch etwas größer, da sie beim Verkauf von 10 Karten ein paar RB-Socken bekamen, bei 15 verkauften sogar zusätzlich ein paar Football-Handschuhe. Da unser Sohn unbedingt diese Handschuhe haben wollte, nahm er die 15 Karten - und hat bis heute 3 Stück nicht verkauft. Teure Handschuhe!!

Auch Lilli muss augenblicklich für einen Fundraiser auf Wanderschaft gehen. Sie verkauft Sonnenschirm-Equipment (Schirme, Halterungen, Platten für Kunstrasen) und bekommt pro verkauftem Teil $5 auf ihre Turnier-Kosten angerechnet. Ja, hier muss man für jedes Turnier als Spieler noch eine Gebühr bezahlen - selbst wenn man gar nicht teilnimmt. Wieviel Geld wir bei zukünftigen Turnieren sparen, bleibt allerdings noch fraglich, bislang sind Christian und ich die beiden einzigen Kunden von unserem Verkaufstalent!

Weitere Fundraiser kommen von Lebensmittelgeschäften oder Restaurants. Da wird dann ein bestimmter Tag ausgerufen, an dem z. B. 5% des Umsatzes an die Schule gespendet werden, man muss bei seinem Einkauf nur einen Zettel vorzeigen. Das steigert den Umsatz bestimmt. Oder vor einer Woche gab es in einem Sub-Laden drei Tage lang den Sub gegen eine Spende von mindestens $3 umsonst. Das Ganze war dann sogar noch ein Wettbewerb mit einer anderen Highschool. Wer mehr "gespendet" hatte, bekam noch einen Bonus von $250. Unsere Highschool gewann mit einem Spendenaufkommen von $3900, ihr könnt ja mal ausrechnen, wieviele Subs da über die Theke gegangen sind. Auch wir haben uns natürlich an dieser Aktion beteiligt - die Subs waren wirklich lecker, nicht so eine Pappe wie von Subway.

Tja, und neben allen finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten gibt es in jedem Bereich natürlich auch die Möglichkeit, sich persönlich einzubringen. Da ich ja schon in Letmathe im Gymnasium regelmäßig Cafeteria-Dienste geleistet habe, habe ich gedacht, dass es in ein Snackbar beim Football auch nicht schlimmer sein kann als in der großen Pause in der Schule. Also habe ich letzten Freitag Abend beim Spiel der Varsity Footballer meinen Einstand gegeben. Nun muss man dazu sagen, dass San Diego augenblicklich mit einer regelrechten Hitzewelle zu kämpfen hat, in der auch schon mal Temperaturen bis zu 40 Grad erreicht werden. Und auch abends kühlt es sich nicht wirklich ab. Entsprechend groß war der DURST der Zuschauer. Wir kamen gar nicht mit dem Auffüllen der Kühlschränke nach. Problematisch war auch, die Getränke überhaupt einigermaßen kalt zu bekommen. Abhilfe schufen am Ende mehrere mit Eiswasser gefüllte Badewannen. Da wir die Getränke anschließend triefendnass herausgeben mussten, hatte zur Folge, dass der Boden sich langsam aber sicher in einen glibschigen Matschbelag verwandelte, der das Fortbewegen in Flipflops nahezu unmöglich machte.

Nach 3 Stunden harter Arbeit waren bestimmt 1000 Softgetränken (Alkohol ist auf solchen Veranstaltungen absolut verboten!), unzähligen Hamburgern, Cheeseburger, Hotdogs, Nachos und weiß der Henker was noch alles herausgegeben worden. Unsere Mannschaft hatte gewonnen und so konnten alle zufrieden nach Hause gehen. Dieser Arbeitseinsatz war mit nichts zu vergleichen, was ich bisher erlebt hatte. Unglaublich! Bis zu meinem nächsten Snackbar-Einsatz kann ich mich glücklicherweise 3 Wochen regenerieren. Das einzige, was ich übrigens nicht hatte, waren Sprachprobleme.

Am Freitag beginne ich dann noch ein neues Abenteuer in der Highschool. Ich werde in der Bücherei voluntieren. Ich hoffe, das wird nicht ganz so stressig - ich werde berichten!

Summer Break

02Sept2014

10 Wochen Sommerferien, davon träumt wohl jedes Kind in Deutschland. Als Eltern erfüllt uns zunächst leichte Panik, wie man denn um Gottes Willen 10 Wochen füllen soll, ohne dass allen langweilig wird oder nur noch gestritten wird. Wir haben diese 10 Wochen jetzt hinter uns und ich kann nur sagen - es war sehr schön, aber es hat gereicht.

Angefangen hat unser Sommer mit der natürlich für alle sehr wichtigen Reise nach Deutschland. Diesen drei Wochen haben wir wohl alle entgegengefiebert. Einzig Mats war etwas zwiegespalten, weil zeitgleich sein Summercamp für Highschool-Football anfing. Aber da er die Erlaubnis erhielt, später in das Training einzusteigen, war er etwas beruhigt.

Die drei Wochen "Zuhause" vergingen erwartungsgemäß wie im Flug. Die Tage und Abende waren angefüllt mit Verabredungen und spontanen Treffen. Dass zeitgleich auch noch die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien lief, trug dazu bei, dass wir eigentlich jeden Abend woanders verbrachten. Lilli fuhr sofort ein Wochenende mit ihrer "alten" Fußballmannschaft auf ein Turnier. Und zur Schule sind Mats und Lilli beide ziemlich häufig freiwillig gegangen. Ein Wochenende haben wir dann auch noch im hohen Norden verbracht, weil meine Eltern die Feier anläßlich ihrer goldenen Hochzeit extra auf einen Termin gelegt hatten, an dem auch wir in Deutschland sind. Und auch das Iserlohner Schützenfest haben wir noch mitgenommen (und es tatsächlich auch in diesem Jahr auf die Titelseite des IKZ geschafft).

Viel zu schnell hieß es dann aber wieder Abschied nehmen. Lilli fiel das allerdings deutlich leichter als vor einem Jahr, hatten wir doch ihre beste Freundin Nele mit im Gepäck. Nele würde die nächsten 6 Wochen bei uns verbringen. Für sie war es der erste Flug ihres Lebens, und dann gleich um die halbe Welt. Entsprechend groß war ihre Aufregung. 

In unserem amerikanischen Zuhause wurden wir von Simone und ihren Kindern in Empfang genommen, die schon eine Woche vor uns nach San Diego gereist waren und noch einige Wochen bleiben wollten. So war das Haus also bei unserer Ankunft erstmal voll! Aber auch mit 8 (und später sogar mit 9) Leuten kann man in unserem Haus gut leben, ohne sich auf die Füße zu treten. Die ersten Tage brauchten wir alle, um den Jetlag wieder aus den Knochen zu kriegen. Mats startete sofort mit seinem Football-Training (jeden Tag 3 Stunden) und Christian musste auch sofort wieder arbeiten. Der Rest unternahm nette Ausflüge und diverse Shopping-Touren. Und wenn mal nichts spezielles geplant war, gingen die Mädchen auch einfach mal für ein paar Stunden an den Pool.

Lillis Fußball-Training fing auch sofort wieder an, in den ersten Wochen mit zwei Trainingseinheiten am Strand. So saßen wir also den einen Samstag um 8 Uhr im Sand und guckten den Mädchen beim Laufen zu (natürlich erst, nachdem wir auch selber gelaufen waren). Nele durfte netterweise die ganze Zeit am Training teilnehmen und so lernte sie auch schnell einige von Lillis neuen Freundinnen kennen. Bei Natalie waren die beiden dann sogar zweimal eingeladen. Es war herrlich zu beobachten, wie auch Nele sich immer öfter traute, auf Englisch zu antworten.

Das Ende der Fußballweltmeisterschaft erlebten wir leider nicht mehr in Deutschland. Wir sind zwar zu diesem Wahnsinns-Halbfinale zum Public Viewing in eine Sportkneipe gefahren, waren da aber der einzige Tisch, der bei jedem deutschen Tor in Euphorie verfiel. Zum Finale haben wir dann eine Fußballparty bei uns zuhause gefeiert. Es kamen ein paar deutsche Freunde, ein paar Amerikaner und ein Italiener, der sich von unserer Begeisterung zumindest so weit anstecken ließ, dass er sich am Ende doch etwas mit uns mit freute. Es war ein lustiger Nachmittag, aber am Ende waren wir auch etwas wehmütig, dass wir nach dem Spiel an keinem Autocorso teilnehmen konnten.

Nachdem Simone, Moritz und Jil uns wieder verlassen hatten, kam Familie Schmidt aus Iserlohn noch zu Besuch. Die Tage mit ihnen vergingen wie im Flug und hatten ihren Höhepunkt am 14. August, als wir alle zusammen Neles 13. Geburtstag hier gefeiert haben. Den Tag verbrachten wir gemeinsam im Seaworld, abend ging es zum Mission Bay zum Strandfeuer mit Grillen. Da ein Arbeitskollege von Christian gleichzeitig Geburstag hatte, feierten wir eine richtig tolle Strandparty. 

Den letzten gemeinsamen Tag verbrachten wir dann noch einmal alle gemeinsam am Strand. Abends haben wir dann mit Arlette und Martin das Nachtleben im Gaslamp Quarter erkundet. Angefangen in einer Lodge im 29. Stock des Hyatt-Hotels und nach einem Zwischenstop in einem Steakhaus, in dem man sich sein Steak selber auf dem Grill zubereiten musste, landeten wir am Ende des Abends sogar noch in einem Club, the hidden Bar. Sehr nett, wir mussten nur leider feststellen, dass wir das Durchschnittsalter beträchtlich nach oben gezogen haben.

Samstag hieß es dann Abschied nehmen, und hier im Haus ging alles "back to normal". Die Kinder nutzten die letzten Tage der Ferien tatsächlich, um sich ein bisschen auf die Schule vorzubereiten. Im Endeffekt waren auch die beiden glücklich, dass es jetzt wieder losgeht. Mats vor allem, weil nun die Football-Saison endlich wieder richtig startet, Lilli freute sich vor allem auf ihre Schulfreundinnen, die sie in den Ferien gar nicht gesehen hatte.

Ja, und nun ist es also vorbei, unser erstes Jahr in Amerika. Als Fazit können wir nur sagen: Es ging verdammt schnell, aber es war toll! Und wir möchten keinen Tag missen.

 

Hier jetzt noch einige Bilder aus unserer Sommerzeit:

Mats' Promotion von der Middle School Waterpark San Diego WM Finale Paintball Challenge Sonnenuntergang auf dem italienischen Weingut Strandausritt Wettlauf am Strand Lilli und Nele im Pool Seaworld Strandparty unser kleines LagerfeuerJetski fahren in Mission Bay Fotosession mit Uta per Skype Traineransprache nach dem ersten gewonnen Spiel

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